Migration in Cloud 29.04.2024, 10:47 Uhr

Konsumentenschutz kritisiert Swisscom-Gebühr auf E-Mail-Konten

Der Konsumentenschutz kritisiert das Vorhaben der Swisscom, auf einige Bluewin-E-Mail-Konten Gebühren zu erheben. Es sei unverständlich, dass langjährige Nutzerinnen und Nutzer zur Kasse gebeten würden.
(Quelle: Archiv)
Die Swisscom habe noch im August 2023 betont, dass die Preise bei den Abos bis Ende 2024 unverändert blieben, schrieb die Stiftung für Konsumentenschutz am Freitag auf Anfrage von Keystone-SDA. E-Mail-Konten könnten nicht einfach so schnell gewechselt werden. Ein Wechsel einer E-Mail-Adresse löse bei jeder einzelnen Person "enorm viel Arbeit aus".
Dass Kundinnen und Kunden der Swisscom jetzt bei verschiedenen Diensten tiefer ins Portemonnaie greifen müssten, sei unerklärlich. Swisscom sei "seit jeher die teuerste Anbieterin", könne aber gleichzeitig einen Milliarden-Deal in Italien machen, hiess es weiter.
Über die Einführung der Gebühr hatte zuerst der "Blick" berichtet. Die Swisscom betonte am Freitag auf Anfrage, "Bluewin E-Mail light" bleibe weiterhin kostenlos (1 E-Mail-Adresse und 1 Gigabyte Speicher). Das Webmail-Angebot "Bluewin E-Mail basic" koste 2.90 Franken im Monat und gelte für Neukunden seit Mittwoch.
Die Umstellung für die bestehende Kundschaft geschehe gestaffelt ab Ende Mai. Die Kunden würden automatisch gemäss ihrer bisherigen Nutzung auf die neue Plattform und das neue Angebot umgestellt. Nach Erhalt des Informationsschreibens habe die Kundschaft drei Monate Zeit, bevor sie das Basic-Abo bezahlen müsse.

Veraltete Infrastruktur

Grund für die Gebühr sei die in die Jahre gekommene Infrastruktur, auf welcher der Bluewin-Mailservice laufe. Diese müsse zwingend abgelöst werden, damit das Angebot kostendeckend betrieben werden könne. Das sei aktuell nicht der Fall, so die Swisscom.
Aus diesem Grund habe sich die Swisscom dazu entschieden, Bluewin-Mail in die AWS (Amazon Web Services) Cloud zu migrieren. Die Datenspeicherung (auf Amazon Web Services) erfolge weiterhin in der Schweiz. Swisscom machte Keystone-SDA keine Angaben dazu, wie viele Nutzer betroffen sind.



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