Test: iPhone 11 Pro (Max)

Leistung und weitere Features

Über die Leistung zu reden, wirkt etwas müssig, denn der neue A13 «Bionic» lässt seine Muskeln bei jeder Gelegenheit spielen: bei aufwendigen Games, der Videofunktion oder der Bildbearbeitung. Wenn Sie Ihr eigenes Gerät mit der kostenlosen Benchmark-Software Antutu für iOS und Android vergleichen möchten: Das getestet iPhone 11 Pro «Max» brachte es auf ziemlich genau 450’000 Punkte.
Mit dem genauso kostenlosen Geekbench 5 für iOS und Android schaffte es der Zählerstand im wichtigeren Single-Core Test auf 1334 Punkte respektive auf 3390 Punkte (Multi-Core).
Die Resultate von AnTuTu (links) und GeekBench 5 sprechen eine deutliche Sprache
Quelle: NMGZ / ze
Geekbench hat sich auf Benchmarks spezialisiert, die sich möglichst unabhängig von der Geräteklasse anwenden lassen. Deshalb hier noch eine Bonusinformation: Das aktuelle, nicht eben langsame MacBook Pro mit seinem 1,4 GHz Core i5 schafft es auf gerade einmal auf 950 Punkte (Single-Core) respektive 4165 Punkte (Multi-Core)!
Das iPhone bietet dem aktuellen MacBook Pro paroli
Quelle: NMGZ / ze

Verbindungen und der neue U1-Chip

Das iPhone 11 Pro unterstützt das brandneue Wi-Fi 6, aber kein 5G. Bluetooth 5 wiederum arbeitet neu mit Beamforming, richtet sich also auf die Quelle aus und erhöht so die Reichweite – gemäss Apple auf über 40 Meter, aber das haben wir nicht getestet.
Interessanter ist der neue U1-Chip, der über «spatial awareness» verfügt, was sich etwa mit «Raumgefühl» übersetzen lässt. Das iPhone weiss dadurch genau, wo sich die anderen Geräte mit U1-Chip befinden. Apple propagiert dazu die Möglichkeit, dass sich Daten via AirDrop leichter und mit hoher Geschwindigkeit übertragen lassen, indem man mit seinem iPhone einfach auf das betroffene Gegenüber zeigt. Doch die Anwendungen gehen weit darüber hinaus, etwa durch Schlüsselfinder, Smart-Home-Geräte und mehr. Doch zurzeit ist das noch Zukunftsmusik.
Dabei verbraucht diese Verbindung extrem wenig Energie. Das macht sie auch für Geräte interessant, die wenig Strom benötigen und mit einer Batterie vielleicht monatelang funktionieren müssen. Diese Technologie ist übrigens kein Apple-Süppchen, sondern wird von der Ultra Wideband Alliance getragen.

Diese Kamera!

«Die Kamera des iPhones ist jetzt so gut, dass sich damit eine normale Kamera ersetzen lässt.» Wenn mich die Erinnerung nicht narrt, ist dieser Spruch beim iPhone 4 zum ersten Mal aufgekommen und wurde dann mit jeder neuen iPhone-Generation wortgetreu heruntergebetet. Die Ansprüche sind natürlich verschieden, aber mir hat das iPhone nie als Kamera-Ersatz gereicht – von den hervorragenden Videos abgesehen.
Mit dem iPhone 11 Pro dreht der Wind in die andere Richtung. Das Ultra-Weitwinkel erlaubt ganz neue Perspektiven. Die Videos sind tatsächlich noch besser geworden. Vor allem sind mit den Nachtmodus neu Aufnahmen möglich, die mit klassischen Kameras nicht zu bewältigen sind. Und nur der Himmel und Apple wissen, wozu das angekündigte «Deep Fusion» fähig ist. Ich muss deshalb in den Kanon einstimmen: «Die Kamera des iPhones 11 Pro ist so gut, dass sich damit eine normale Kamera ersetzen lässt.»


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