Hightech im Zürcher Untergrund

Erster Testlauf

Vorsichtig wird die Hightechmaschine durch den engen Schacht bugsiert
Quelle: Daniel Winkler/ETHZ
Der Roboter, den die Forscher nun in der Tiefe des Schachts auf die Füsse stellen, ist rund einen halben Meter gross und hat neben vier gelenkigen Beinen eine Art Kopf, der aus einer Kamera sowie verschiedenen Sensoren besteht. Die Maschine ist modular gebaut und kann je nach Anwendung aufgerüstet werden.
Peter Fankhauser, Mitbegründer des ETH-Spin-offs, der Anymal kommerzialisiert, funkt den Kollegen, welche die Aktion von der Oberfläche aus koordinieren und dem Roboter Befehle erteilen. Dann bedient er einen Joy-stick und der Roboter stapft vorwärts. Weil es der erste Lauf in unbekanntem Gelände ist, steuert er den Roboter teilweise, obwohl sich dieser auch autonom bewegen kann. «Eine Sicherheitsmassnahme. Wenn es im Labor funktioniert, heisst das nicht immer, dass es auch in der Realität klappt», erklärt Fankhauser. Schliesslich muss der Roboter hier unten unter komplett anderen Bedingungen funktionieren: Der nasse Kanal ist rutschig, die Temperatur tiefer, die Luftfeuchtigkeit höher als im Labor. Und: Es ist dunkel.

«Hier sieht es überall gleich aus», sagt Fankhauser, fast schon mit resignierter Stimme, als der Roboter in langsamem Schritttempo den rund drei Meter hohen und fünf Meter breiten Kanal entlanggeht. Das gleichmässige, elektromechanische Geräusch – eine Art rhythmisches Klirren – mischt sich dabei mit dem Rauschen des Abwassers, das vom nahen Hauptkanal zu uns herandringt. Wir befinden uns in einem gut ausgebauten Reservekanal, durch den derzeit nur ein kleines Rinnsal fliesst – auch das eine Vorsichtsmassnahme für den allerersten Praxistest mit dem Roboter in vier Metern Tiefe.

Autor(in) Andres Eberhard, ETH-News



Das könnte Sie auch interessieren