Software misst, wohin Piloten blicken

Entlastung für Instruktoren 

«iAssyst» steht für «Instructor Assistant System». Das Programm verknüpft Video, Audio-​, und Simulator-​Aufnahmen und stellt gleichzeitig das Blickmuster der Piloten dar. Um Letztere nicht zu stören, wurde im Cockpit eines A320-​Flugsimulators eigens ein Eye-​Tracking-System aus fest installierten Kameras und Infrarot-​Sensoren installiert. «Das Aufsetzen des Systems und die Kalibrierung für jeden Flugschüler sind zwar aufwändiger als bei Eye-​Tracking-Brillen, aber wir erreichten damit bessere Resultate», erklärt David Rudi, der die Anwendung während seines Doktorats am Geogaze-​Lab der Professur für Geoinformations-​Engineering realisierte. 
Ihre Software haben die ETH-​Forschenden im engen Austausch mit Aviatik-​Experten der Projektpartner konzipiert und später mithilfe von sieben aktiven Swiss-​Instruktoren evaluiert. Während eines Trainingsflugs sitzt der Instruktor im hinteren Teil des Cockpits. Dort bedient er den Simulator, agiert als Fluglotse und beobachtet gleichzeitig den Piloten genau. «Das führt dazu, dass Instruktoren manchmal relevante Informationen verpassen oder falsch einschätzen, die für die Auswertung des Trainings mit dem Piloten bedeutend sind», sagt Rudi.
Die Rückmeldungen aus der Studie zeigten, dass die Instruktoren das Flugverhalten der Piloten mit iAssyst tatsächlich präziser analysieren konnten. «Das Werkzeug hilft uns, Schwächen im systematischen Scannen zu erkennen und Wahrnehmungslücken in bestimmten Flugphasen zu orten», bestätigt Benedikt Wagner. Der Swiss-​Pilot ist selber Instruktor und hat das Eye-​Tracking-Projekt seitens Swiss betreut. Mit der Software könnten Ausbilder die Ursachen für allfällige Pilotenfehler besser einschätzen und das Training gezielt anpassen. 


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