Project Kuiper 11.07.2019, 16:40 Uhr

Amazon will mit Satelliten globale Breitbandversorgung gewährleisten

Amazon will mit seinem Projekt Kuiper globalen Zugang zum Breitbandinternet gewährleisten. Dafür hat das Unternehmen nun die Federal Communications Commission (FCC) um Genehmigung für den Breitbandsatellitenbetrieb gebeten.
(Quelle: Stanislaw Tokarski / Shutterstock.com)
Amazon treibt sein «Project Kuiper», das Internet für jedermann bieten soll, weiter voran. Der E-Commerce-Riese hat bei der Federal Communications Commission (FCC) die Genehmigung für seinen Breitbandsatellitenbetrieb beantragt. Dabei verweist Amazon unter anderem auf mögliche Synergien mit Amazon Web Services, berichtet «GeekWire».
Im April wurden zum ersten Mal Amazons Pläne bekannt, mehr als 3200 Satelliten in eine erdnahe Umlaufbahn bringen zu wollen, um damit eine globale Breitbandversorgung zu gewährleisten. Die aktuellen Einreichungen bei der FCC zeigen nun, dass das Projekt aus 3236 Satelliten in 98 Orbitalflugzeugen in Höhen zwischen 590 und 630 Kilometern bestehen soll. «Das Kuiper-System wird satellitengestützte Breitbandkommunikationsdienste für mehrere zehn Millionen unversorgte und unterversorgte Verbraucher und Unternehmen in den Vereinigten Staaten und auf der ganzen Welt bereitstellen», heisst es in dem Antrag.
Kuiper Systems soll dafür die Expertise des Technologiekonzerns aus Seattle bei der Bereitstellung von Verbraucherdienstleistungen sowie die bodenbasierte Infrastruktur, die für Amazon Web Services aufgebaut wurde, nutzen. «Amazon verfügt über eine globale terrestrische Netzwerk- und Recheninfrastruktur, die für das Kuiper-System erforderlich ist, einschliesslich interkontinentaler Glasfaserverbindungen, Rechenzentren, Edge-Compute-Fähigkeiten und der Tools, Techniken und des Know-hows für den sicheren und effizienten Datentransport», so Amazon.

Milliarden Menschen ohne Breitbandzugang

Zudem führt Kuiper Systems in den Anmeldungen Studien an, die darlegen, dass 3,8 Milliarden Menschen weltweit keinen zuverlässigen Breitbanddienst haben und dass 21,3 Millionen Amerikaner keinen Zugang zu festem Breitband haben. Letzten Monat äusserte sich auch Jeff Bezos auf der Amazon re:MARS-Konferenz über das neue Projekt: «Das Ziel ist es, überall Breitband zu erreichen», sagte der Amazon-CEO.
Neben Amazon verfolgen auch zahlreiche andere Unternehmen Satelliten-Ambitionen. Das Start-up von Elon Musk, SpaceX, hat beispielsweise damit begonnen, Satelliten im «Low Earth Orbit» – kurz LEO, für Starlink einzusetzen. Bei Starlink handelt es sich um ein geplantes weltumspannendes Netzwerk aus rund 12'000 Satelliten. Musk sagte Anfang des Jahres, dass der Umsatz von Starlink jährlich 30 Milliarden US-Dollar oder mehr betragen könnte.
Aber auch OneWeb, Telesat und LeoSat Technologies verfolgen Pläne für die Bereitstellung von Breitband über LEO-Satelliten.

Laura Melchior
Autor(in) Laura Melchior


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