Rein in die Cloud – raus aus der Cloud

Data Gravity erschwert Wechsel

Wenn ein Unternehmen Anwendungen auf die Cloud-Plattformen von AWS, Microsoft, Google & Co. verlagern oder von dort wieder in das eigene Rechenzentrum zurückholen möchte, muss es jedoch mehrere Hürden nehmen. Eine ist die sogenannte Data Gravity. Dieser Effekt tritt auf, wenn immer mehr Anwendungen und Daten in eine Cloud transferiert werden: Je mehr Applikationen eines Cloud-Anbieters eine Firma nutzt, desto mehr Daten wandern in die Cloud. Das wiederum führt dazu, dass weitere Services beim Provider gebucht werden, um diese Datenbestände zu nutzen. Das kann zur Abhängigkeit von einem Cloud-Anbieter führen.
«Eine App kann durch die Verwendung von standardisierten Containern einfach von einer Cloud in eine andere verschoben werden», erläutert beispielsweise Karsten Stöhr, Solutions Engineer beim Datenbank- und Datenmanagement-Spezialisten DataStax. «Für Daten gilt das nicht. Sie von einer Cloud in eine andere oder auch auf eine interne Datenbank zu verschieben, ist schwierig, zeitaufwendig und teuer.» Die Folge ist laut Stöhr, dass Unternehmen Gefahr laufen, Daten­silos zu schaffen. Die erschwerten es, den Cloud-Anbieter zu wechseln. «Und diese Gefahr wird mit steigenden Datenmengen und der wachsenden Anzahl an Applikationen, die diese Daten nutzen, immer grösser», so der Fachmann weiter.
Deshalb muss ein Unternehmen Vorkehrungen treffen, dass seine Daten cloudübergreifend nutzbar sind - in einer Private Cloud ebenso wie auf Plattformen unterschiedlicher Cloud-Service-Provider.
Ein erster Schritt besteht darin, die Datenmengen zu reduzieren: «Intelligente Speichersysteme helfen dabei, indem sie die Daten deduplizieren oder komprimieren. Dadurch dämmen sie die Auswirkungen der steigenden Datenmengen ein, denn die physisch benötigte Kapazität, also der Bedarf an Speichermedien, wächst so deutlich langsamer als die tatsächliche Datenmenge», sagt Peter Wüst, Vice President Cloud Infrastructure Business EMEA bei NetApp, Anbieter von Storage-Lösungen und hyperkonvergenten Infrastruktur-Systemen (HCI).
“Intelligente Speicher-systeme helfen gegen Data Gravity, indem sie die ­Daten deduplizieren oder komprimieren. „
Peter Wüst, Vice President Cloud ­Infrastructure Business EMEA bei NetApp
Ein weiterer Lösungsansatz zielt auf die Synchronisierung der Daten. «Wenn der Nutzer kontinuierlich in einer anderen Cloud eine Datenkopie semisynchron vorhält, dann muss er im Bedarfsfall nicht plötzlich mehrere Terabyte an Daten kopieren», so Wüst. «Es genügt, lediglich ein paar Byte des gesamten Datenvolumens in Synchronisierung zu bringen. Die Redundanz der Daten ist dadurch sichergestellt. Das wiederum ermöglicht beispielsweise die Nutzung der Daten mit den Tools eines anderen Cloud-Providers.»


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