Bankenbarometer 11.01.2018, 18:02 Uhr

Schweiz: Angst vor dem virtuellen Bankräuber

In den Schweizer Finanzinstituten geht die Angst vor dem virtuellen Bankräuber um. Für die Banken ist Cyber Security neu das wichtigste Thema.
Patrick Schwaller von EY Schweiz stuft die Cyber Security als sehr wichtig ein
(Quelle: EY Schweiz)
Die Schweizer Banken blicken zufrieden auf das zurückliegende Geschäftsjahr. Und auch für die nähere Zukunft sind sie zuversichtlich. Ihr Blick wird etwas getrübt durch die Gefahren aus dem Cyberspace. Denn in der Cyber Security sehen die Finanzdienstleister neu das Thema Nummer eins für das nächste Jahr. Einerseits herrscht Verunsicherung wegen der immer neuen Bedrohungsarten wie Ransomware oder Spectre. Andererseits befürchten einige der Banken auch, dass Hacker schon innerhalb ihrer Netzwerke aktiv sind und nun rechtzeitig aufgespürt werden müssen, bevor sie Schaden anrichten können – sowohl an den eigenen Systemen als auch den Kundendaten.
Das sind Ergebnisse des «Bankenbarometers», das Vertreter des Beratungsunternehmens EY am Donnerstag an einem Medienanlass in Zürich präsentierten. Die Studie basiert auf der Befragung von 100 Geschäftsleitungsmitgliedern von Banken in der ganzen Schweiz.
Gemäss der Umfrage blicken 82 Prozent der Banken (ähnlich viele wie im Vorjahr) positiv auf den Geschäftsverlauf des letzten Jahres zurück. Ein gleich grosser Anteil (82 Prozent) ist optimistisch wie noch nie für die nächsten sechs bis zwölf Monate. «Dieses Ergebnis mag mit Blick auf die zahlreichen Herausforderungen erstaunen, aber es gibt durchaus gute Argumente für diese Zuversicht», sagte Patrick Schwaller, Managing Partner bei EY Schweiz. «Viele Banken haben in den letzten Jahren eine relativ hohe Widerstandsfähigkeit an den Tag gelegt und daraus ein neues Selbstbewusstsein entwickelt. Zudem erwartet ein Grossteil der Institute, dass es zu Verbesserungen der ökonomischen und regulatorischen Rahmenbedingungen kommen wird.»

Cyber Security hat Priorität

Die Regulation bei der Cyber Security stufen die Banken bis anhin als angemessen ein. «Nur 22 Prozent halten die Cyber-Regulierung für überschossen», sagte Schwaller. Er erwarte jedoch, dass sich die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht Finma in den nächsten Jahren vermehrt der Regulierung von Cyber Security annehmen wird.
Für die Banken selbst haben unter anderem die in den letzten Monaten bekannt gewordenen Cyber-Angriffe auf Unternehmen, Zentralbanken und das Zahlungsnetzwerk Swift die Gefahren für die Datensicherheit deutlich gemacht. Für den EY-Experten ist es deshalb wenig verwunderlich, dass die Banken «Cyber Security» als das wichtigste Fokusthema für das laufende Jahr genannt haben.


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