Übernahmekampf 27.08.2019, 15:26 Uhr

Sunrise sieht bei Aktionären genügend Rückhalt für UPC-Kauf

Gemäss dem Sunrise-Finanzchef steht das Aktionariat mehrheitlich hinter dem UPC-Kauf.
Sunrise-CFO André Krause
(Quelle: Sunrise )
Trotz der Ablehnung des grössten Anteilseigners macht der Schweizer Telekomkonzern Sunrise bei seinen Aktionären viel Zuspruch für die Übernahme des Kabelnetzbetreibers UPC aus. Sunrise will ihnen die Übernahme zudem mit einem neuen Gutachten schmackhaft machen.
Er sei überzeugt, dass das Unternehmen genügend Unterstützung für den Deal bekommen werde, sagte Finanzchef André Krause am Dienstag auf einer Podiumsdiskussion der Zeitung «Finanz und Wirtschaft». Institutionelle Investoren seien üblicherweise nicht Aktivisten, entweder würden sie eine Aktie mögen oder nicht, sagte Krause. «Entsprechend wird das Aktienregister gegenwärtig von Leuten dominiert, die die Transaktion mögen.»
Sunrise will UPC für 6,3 Milliarden Franken vom Kabelkonzern Liberty Global übernehmen. Die Schweizer Nummer zwei hatte die Übernahme Ende Februar angekündigt. Das fusionierte Unternehmen will mit Bündel-Angeboten für Mobilfunk, Breitbandinternet, TV und Festnetz Marktanteile gewinnen und damit zu einem stärkeren Wettbewerber für den Marktführer Swisscom aufsteigen.

Grossaktionär und Analysten skeptisch

Doch die deutsche Freenet, die rund ein Viertel der Anteile an Sunrise hält, ist gegen die zur Finanzierung der Transaktion nötigen Kapitalerhöhung im Volumen von 4,1 Milliarden Franken. Das "Nein" von Freenet alleine reicht zwar nicht aus, um die Kapitalerhöhung zu blockieren, für die sich eine einfache Mehrheit der Eigentümer aussprechen muss.
Doch weil auf Generalversammlungen nie alle Aktionäre anwesend sind, hat Freenet ein beträchtliches Gewicht. Auch Analysten haben sich kritisch zum Kaufpreis und zur Finanzierung geäussert. So erklärten die Analysten der Helvetischen Bank, dass der eher hohe Kaufpreis nicht ausschliesslich in bar beglichen werden sollte, sondern Liberty an UPC beteiligt bleiben sollte.
Doch von einer Änderung der Vertragsbedingungen will Liberty nichts wissen. Der Konzern habe diesbezüglich keine Gespräche geführt und auch nicht die Absicht, dies zu tun. Liberty sei zufrieden mit der Entwicklung des Geschäfts bei UPC.


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