Studie von ICT-Berufsbildung 14.09.2018, 13:10 Uhr

Der Schweiz fehlen bis in acht Jahren 40'000 ICT-Fachkräfte

Gemäss einer Studie von ICT-Berufsbildung fehlen der Schweiz bis im Jahr 2026 rund 40'000 qualifizierte Berufsleute. Der Verband fordert deshalb eine massive Steigerung der Anzahl ICT-Lehrstellen.
Die fortschreitende Digitalisierung in allen Branchen der Schweizer Wirtschaft treibt die hohe Nachfrage nach ICT-Fachkräften weiter an. So fehlen gemäss der neuen Bedarfsprognose von ICT-Berufsbildung Schweiz bis im Jahr 2026 rund 40'000 ICT-Fachkräfte. Besonders hoch sei der Bedarf in der ICT-Kernbranche Dienstleistungen mit den Teilbranchen Programmierung, Beratung, Betrieb und Cloud Services. Verstärkt werde der Fachkräftemangel zusätzlich von demografischen Entwicklungen. Denn im Zeitraum von 2017 bis 2026 werden rund 21'700 Beschäftigte pensioniert, wie der Verband in einem Communiqué schreibt.
Gemäss Angaben von ICT-Berufsbildung ist das Berufsfeld seit 2010 insgesamt um 20 Prozent auf 199'200 Personen angestiegen. Bis 2026 solle es auf 236'200 Leute weiterwachsen, prognostiziert der Verband. Die Fachkräftesituation analysiert ICT-Berufsbildung jeweils im Zweijahresrhythmus.

Verband fordert massive Steigerung der ICT-Lehrstellen

Den Gesamtbedarf an Fachkräften bis ins Jahr 2026 konkretisiert ICT-Berufsbildung auf insgesamt 88'500 Personen. Dieser könne jedoch nur teilweise durch den erwarteten Eintritt von Neuabsolventen in den Arbeitsmarkt und die Zuwanderung abgedeckt werden. Der Verband rechnet damit, dass die Bildung rund 31'500 Fachkräfte beisteuert, die Zuwanderung 16'700 Personen. Um der Nachfrage gerecht zu werden, müssten in den nächsten Jahren also gut 40'000 zusätzliche Fachkräfte ausgebildet werden. Grundsätzlich sei der Ausbildungsbedarf in allen ICT-Berufen gegeben – besonders akut sei jedoch die Nachfrage nach Applikationsentwicklern und ICT-System-Ingenieuren.
Die ICT-Lehre bezeichnet der Verband deshalb als «bedeutendsten Hebel» zur Deckung des zukünftigen Bedarfs an qualifizierten Fachkräften. ICT-Berufsbildung schreibt, dass rund die Hälfte der Lehrabsolventen plant, innerhalb von zwei bis drei Jahren eine vertiefte Weiterbildung zu ergreifen. 21 Prozent der ICT-Lehrabgänger würden ein Studium an der Fachhochschule anstreben, fünf Prozent ein Studium an einer Universität. Und 23 Prozent würden eine höhere Berufsbildung in Angriff nehmen. Durch das Angebot der höheren Berufsbildung könne die Wirtschaft und Verwaltung selbst aktiv werden und das Fachpersonal rasch und praxisnah ausbilden.

Inländisches Fachkräftepotenzial soll ausgenutzt werden

Der Verband setze sich für die Ausbildung und Nutzung des inländischen Fachkräftepotenzials ein, wie er in der Mitteilung weiter schreibt. «Zusätzliche Fachkräfte aus dem Ausland und Quereinsteiger sind zwar ein wichtiger Bestandteil und auch ein Puffer, um der Knappheit an ICT-Fachkräften entgegenzuwirken. Mittel- und langfristig müssen wir aber die Schweizerinnen und Schweizer ausbilden und fit machen für die attraktiven Berufe im ICT-Berufsfeld», wird Andreas Kaelin, Präsident von ICT-Berufsbildung Schweiz und Geschäftsführer des Dachverbands ICTswitzerland, zitiert. «Es muss uns gelingen, die hohe Wertschöpfung der ICT-Fachkräfte im Inland zu behalten. Auch im Interesse der Schweiz, die darauf angewiesen ist, die Chancen der Digitalisierung nutzen zu können.»
Die ausführliche Studie kann unter diesem Link eingesehen werden.


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