27.05.2003, 00:00 Uhr

Filesharing bereitet auch ISPs Kopfzerbrechen

Peer-to-Peer-Netze wie Gnutella oder Kazaa bereiten mittlerweile nicht nur Medienunternehmen, sondern zunehmend auch Internet-Service-Providern (ISP) Kopfzerbrechen.
Nach Schätzungen des britschen Startups Cachelogic bestehen mittlerweile mehr als 70 Prozent des Netzverkehrs aus getauschten Musik-, Video- oder Software-Daten. Die Kosten dafür sollen in diesem Jahr 1,3 Milliarden Dollar übersteigen und sich im nächsten Jahr gar verdreifachen. Mit P2P rechne sich das Geschäftsmodell der ISPs nicht mehr, so die englische Firma. Andererseits profitieren die Provider von den Tauschbörsen, sind diese doch einer der Hauptgründe für Privatkunden, sich einen breitbandigen Internet-Zugang zuzulegen. Eine Reihe von Betreibern wie etwa Tiscali gehen daher sogar so weit, ihr DSL-Angebot für P2P-Netze anzupreisen.
Nach Angaben des Markforschungsinstituts Jupiter Research haben inzwischen 60 Prozent der ISPs auf die Problematik reagiert und die Bandbreite für datenhortende User begrenzt. Sie laufen damit allerdings Gefahr, Kunden zu verprellen, die monatlich schön brav Geld für ihre Internet-Flatrate ausgeben. Einige Startups bieten nun Lösungen an, um das Problem des ineffizienten Routings hoher Datenmengen zu entschärfen. So ordnet beispielsweise das kanadische Unternehmen Sandvine mit "PPE 8200" die P2P-Netz-Topologie neu und stellt damit sicher, dass beim Tausch die kürzeste Verbindung gewählt wird.


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