Smarte Belegschaft 05.07.2018, 14:00 Uhr

Szenarien für die Arbeit der Zukunft - Wie sicher ist mein Job?

Der Computer übernimmt künftig viele Jobs, sagen die einen. Die anderen sagen: Der Computer wird die Angestellten nie ersetzen. Aber die Arbeitswelt verändert der Computer schon heute.
(Quelle: BT )
Die Entwicklungen von Computertechnologie und künstlicher Intelligenz sind vielversprechend für die Arbeit von morgen. Den Angestellten werden lästige manuelle und repetitive Tätigkeiten abgenommen. Sie können sich künftig auf Aufgaben konzentrieren, die den menschlichen Intellekt fordern. So wird die Belegschaft der Zukunft von Computern mehr unterstützt als ersetzt.
Für viel Verunsicherung sorgte 2013 eine Studie der Oxford-Wissenschaftler Carl Benedikt Frey und Michael Osborne. Sie sagten voraus, dass etwa die Hälfte aller heutigen Arbeitsplätze in der westlichen Welt schon 2030 nicht mehr existieren könnten. Dafür wurden die Jobbeschreibungen von über 700 Tätigkeiten auf das Ausmass an Fingerfertigkeit, Kreativität, Routinetätigkeit und sozialer Kompetenz hin untersucht. Anhand der Kriterien entwickelten die Forscher eine Rangliste der am meisten bedrohten Jobs: Telefonwerber, Recherchegehilfen und Schneider wurden als extrem gefährdet eingestuft. Physiotherapeuten, Vorarbeiter und Einsatzleiter in Katastrophengebieten sowie Sozialarbeiter als maximal sicher.
Die Studie geriet aufgrund methodischer Schwächen häufiger in die Diskussion. Den Autoren wurde vor­gehalten, sie hätten nicht alle 700 Jobprofile separat analysiert, sondern nur eine Stichprobe. Die Verallgemeinerung sei schwierig, wenn nicht sogar unzulässig, so die Kritik.

Wie sicher ist mein Job?

Aus heutiger Perspektive haben die Autoren mit ihrer Rangliste aber einen Stein ins Rollen gebracht – und zu Dutzenden weiteren Untersuchungen zum Einfluss der Technologie auf die Arbeitswelt von morgen angeregt. So hat der Arbeitnehmerverband Angestellte Schweiz zusammen mit dem Forschungsinstitut politan und dem Stellenportal jobagent.ch die Seite www.job-trends.ch aufgeschaltet, auf der sich Angestellte über die Zukunftssicherheit ihrer aktuellen Tätigkeit orientieren können.
Das Portal arbeitet mit den Kriterien Anforderungs­niveau, Digitalisierungspotenzial, Offshore-Risiko und Routineintensität. Als Grundlage für die Einschätzungen werden Daten aus der öffentlichen Hand und wissenschaft­lichen Quellen verwendet, die für den Schweizer Arbeitsmarkt adaptiert wurden. Im Bereich Digitalisierung kommt allerdings auch die fragliche Studie von Frey und Osborne zur Anwendung. Sie ist jedoch ebenfalls verfeinert worden mit Messgrössen aus der Schweiz. Daneben gibt das Portal noch Auskunft über offene Stellen in den verschiedenen Regionen der Schweiz und die jeweilige Entwicklung der Jobs während der letzten zwölf Monate.


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