Hier investiert die Schweiz in die IT-Zukunft

5G treibt Investitionen der IT-Branche

Die 5G-Mobilfunktechnologie dürfte in Zukunft viel Bedeutung in den Smart-City-Projekten gewinnen. Der Netzausbau war eines der bestimmenden Themen in der Schweizer IT-Branche in den abgelaufenen zwölf Monaten. Die drei Mobilfunkprovider nahmen insgesamt rund 380 Millionen Franken in die Hand allein für die Lizenzen. Die Investitionen in die Technologie dürften in den nächsten Jahren noch um ein Vielfaches höher liegen. Ericsson (Swisscom), Huawei (Sunrise/UPC) und Nokia (Salt) heissen die Profiteure. Sunrise will schon dieser Tage bereit sein für das schnelle mobile Internet, Salt und Swisscom dann spätestens Ende Jahr.
Dann dürfte auch die milliardenschwere Übernahme von UPC durch Sunrise über die Bühne gegangen sein.
Im Juni 2018 nahm Sunrise die erste 5G-Antenne der Schweiz in Betrieb
Quelle: Sunrise/PPR/Aladin Klieber
Der Mobilfunkkonzern hatte Ende Februar angekündigt, den Kabelnetzbetreiber für rund 6,3 Milliarden Franken kaufen zu wollen. Neu entsteht ein stärkerer Wettbewerber für Swiss­com, der schon heute zwischen 25 und 30 Prozent der Schweizer Haushalte und Mobiltelefone mit Netzwerk- und TV-Angeboten versorgt.
Den Schweizer Markt neu erschliessen wollen sich, wie bereits AWS, die global präsenten Cloud-Anbieter Google und Microsoft. Alle drei Hyperscaler installieren zurzeit ihre Server und Software in Schweizer Rechenzentren. Die lokalen Anbieter bauen entsprechend aus. Equinix kündigte eine Investition von rund 50 Millionen US-Dollar in sein Zürcher Rechenzentrum an, Green baut für knapp 70 Millionen Franken ein drittes Hochleistungsrechenzentrum in Lupfig und der Anbieter e-shelter erweitert sein Rechenzentrum in Rümlang für ebenfalls ca. 70 Millionen Franken.
Green baut am bestehenden Standort Lupfig ein neues Hochleistungs-Data-Center
Quelle: Green Datacenter
Während die Rechenzentren grösstenteils nahezu ohne Personal auskommen, sind die IT-Anbieter in der Schweiz weiter auf der Suche nach qualifiziertem Personal. Das hat mehrere Gründe: Erstens werden weiterhin zu wenig Informatiker ausgebildet, zweitens schöpfen internationale Konzerne wie Facebook, Google, IBM und Microsoft massiv Talente ab. Die Schweiz und insbesondere Zürich sowie die Genfersee-Region sind hervorragende Forschungsstandorte für die Firmen. Dies haben zum Beispiel auch Acronis, HPE, Kaspersky und Oracle erkannt, die alle neu mit Entwicklungslabors hierzulande präsent sind.
Die kleineren Schweizer Anbieter treten die Flucht ins Ausland an, weil sie im Heimmarkt je länger, je weniger Personal finden. Den Banken-Software-Hersteller Avaloq zieht es nach London sowie Singapur, die bbv Gruppe eröffnet einen Standort in Griechenland, Netcetera baut seine Präsenz in Wien aus, Puzzle ITC lässt sich in Deutschland nieder und Zühlke gründet eine Gesellschaft in Bulgarien. Weiter erwägt Branchenprimus Swisscom neu, demnächst einen neuen IT-Standort in den Niederlanden aufzubauen.
Avaloq bedient am neuen Standort in Singapur die Kunden in der Asia-Pazifik-Region
Quelle: Avaloq/Kelvin Cuff


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