Quartalsbericht 01.02.2019, 14:59 Uhr

Amazon setzt Aufwärtstrend fort

Amazon konnte seinen Aufwärtstrend auch im vierten Quartal weiter fortsetzen. Die Ergebnisse übertrafen sogar die Erwartungen der Analysten. Bei den Anlegern kamen die Zahlen trotzdem nicht gut an.
(Quelle: Shutterstock.com/Eric Broder Van Dyke )
Ein starkes Weihnachtsgeschäft und boomende Cloud-Services haben Amazon einen glänzenden Jahresabschluss beschert. Im vierten Quartal kletterten die Erlöse verglichen mit dem Vorjahreswert um 20 Prozent auf 72,4 Milliarden US-Dollar, wie der Online-Handels-Riese am Donnerstag nach US-Börsenschluss in Seattle (Bundesstaat Washington) mitteilte. Bei Anlegern kamen die Zahlen trotzdem nicht gut an.
Der Nettogewinn legte um fast 60 Prozent auf 3,0 Milliarden US-Dollar zu, obwohl Amazon im Vorjahr von einer hohen Steuergutschrift profitiert hatte. Der Konzern von Tech-Milliardär Jeff Bezos setzt seinen Aufwärtstrend damit fort und lieferte bereits das dritte Vierteljahr in Folge ein Rekordergebnis ab. Amazon profitierte rund um die Weihnachtszeit insbesondere in Nordamerika stark vom florierenden Onlinehandel, der die Einnahmen kräftig steigen liess. International liefen die Geschäfte weniger rund. Sorgen bereitet vor allem Indien, wo neue Auflagen für Internethändler aus dem Ausland Amazons Expansion erschweren.
Dafür kann sich der Konzern weiter auf sein lukratives Geschäft mit IT-Diensten und Speicherplatz im Netz verlassen. Amazons Flaggschiff – die Web-Plattform AWS, die Cloud-Services an Firmen verkauft – erhöhte die Einnahmen um 45 Prozent auf 7,4 Milliarden US-Dollar.

Steigende Ausgaben trüben die Aussichten

Die Quartalszahlen übertrafen die Erwartungen der Wall Street klar, dennoch fiel die Marktreaktion negativ aus. Die Aktie geriet nachbörslich ins Minus und büsste zeitweise mehr als fünf Prozent ein. Für Enttäuschung sorgte die Prognose für das laufende Quartal, zudem stellte Finanzchef Brian Olsavsky Anleger auf höhere Ausgaben ein, die im aktuellen Geschäftsjahr die Bilanz belasten könnten. «Ich würde davon ausgehen, dass die Investitionen gegenüber 2018 ansteigen», sagte Olsavsky in einer Konferenzschalte mit Analysten. Für das erste Quartal rechnet Amazon mit einem operativen Gewinn zwischen 2,3 Milliarden und 3,3 Milliarden US-Dollar. Die Erlöse dürften zwischen 56 Milliarden und 60 Milliarden US-Dollar liegen – das wäre ein schwächeres Wachstum als zuletzt und weniger als am Markt erwartet.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018 legte Amazon noch kräftig zu: Der Umsatz kletterte um 31 Prozent auf 232,9 Milliarden US-Dollar. Der Überschuss stieg von 3,0 Milliarden auf 10,1 Milliarden US-Dollar. Amazon-Chef Bezos hob besonders den Erfolg von Geräten mit der Sprachassistentin Alexa an Bord hervor. Der Mini-Lautsprecher Echo Dot sei im Weihnachtsgeschäft der bestverkaufte Artikel weltweit auf der Plattform gewesen. Amazon hatte bereits Anfang Januar erstmals Angaben zum Absatz von Alexa-Geräten gemacht und bekanntgegeben, die Marke von 100 Millionen verkauften Produkten geknackt zu haben.


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