Windows 10: Fall Creators Update im Test

Das sind die besten Neuerungen des Herbst-Updates von Windows 10.

von Simon Gröflin 10.10.2017 14:30

Das «Fall Creators Update» (engl. Fall = Herbst) für Windows 10 wird ab dem 17. Oktober verteilt. Computerworld hat die Vorschauversion installiert und ausgiebig getestet. Lesen Sie, was sie alles bietet und was die wichtigsten Neuerungen sind.

Geschützte Ordnerzugriffe

Windows 10 erhält einen Ransomware-Schutz. Von Ransomware oder Erpressertrojanern spricht man, wenn ein Schadprogramm Daten des Betriebssystems verschlüsselt und den Benutzer zur Zahlung von Lösegeld auffordert, damit die Daten wieder freigegeben werden. Nach dem Herbst-Update schützt Windows Benutzerordner wie Dokumente, Bilder, Videos und Desktop standardmässig gegen unerwünschte Schreib- und Lesezugriffe. Ausserdem lassen sich weitere Ordner mit diesem Schutz versehen. Immer, wenn eine Anwendung versucht, Dateien in einem solchen Ordner zu verändern, schlägt das System Alarm und der Nutzer muss den Zugriff bestätigen. Anwender können einzelnen Programmen auch permanenten Zugriff auf die geschützten Ordner gewähren.

Neue Sicherheitsfunktion: Controlled Folder Access (kontrollierter Ordnerzugriff) Neue Sicherheitsfunktion: Controlled Folder Access (kontrollierter Ordnerzugriff) © Screen: sgr/nmgz

Die neue Sicherheitsfunktion mit dem Namen Controlled Folder Access (kontrollierter Ordnerzugriff) finden Sie, wenn Sie das Windows Defender Security Center öffnen (zum Beispiel über die Startmenüsuche). Dort hüpfen Sie zu Viren- & Bedrohungsschutz. Im Bereich Einstellungen für Viren- & Bedrohungsschutz, treffen Sie auf Überwachter Ordnerzugriff. Über die Untereinstellung App durch überwachten Ordnerzugriff zulassen können Sie ausserdem unter Zulässige App hinzufügen Apps und Programme festlegen, denen der Zugriff standardmässig nicht verwehrt bleiben soll.

Windows 10 erhält einen Schutz gegen gefährliche Erpressungstrojaner Windows 10 erhält einen Schutz gegen gefährliche Erpressungstrojaner © Screen: sgr/nmgz

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Mehr Übersicht bei OneDrive

In Windows 8.1 war es möglich, den ganzen Inhalt des Onlinespeichers OneDrive auf der Festplatte anzuzeigen, ohne dass dabei alle Dateien auf dem Rechner gespeichert wurden. Mit OneDrive Files on Demand (OneDrive-Dateien auf Abruf) bringt Microsoft die Funktion in etwas abgeänderter Form zurück. Sie sehen alle Daten im Onlinespeicher. Diese sind durch ein grünes Statussymbol oder ein Wölkchen gekennzeichnet.

Im OneDrive-Ordner erkennen Sie sofort, welche Daten lokal gespeichert sind Im OneDrive-Ordner erkennen Sie sofort, welche Daten lokal gespeichert sind © Screen: sgr/nmgz

Grün bedeutet: Die Dateien befinden sich schon auf dem lokalen Laufwerk, während das Wölkchen für die noch nicht synchronisierten Ordner steht. Versucht eine App, auf eine Datei zuzugreifen, die nur in der Cloud gespeichert ist, poppt eine Benachrichtigung auf. Diese weist darauf hin, dass eine App versucht, eine Datei von OneDrive herunterzuladen. Wenn Sie im Windows-Explorer eine Datei öffnen, die nicht auf Ihrem Computer gespeichert ist, wird Windows 10 diese ausserdem automatisch herunterladen und für Sie öffnen.

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Task-Manager für Grafikkarte

Im Task-Manager konnten Anwender bisher beispielsweise die Prozessorauslastung checken, prüfen, wie viel RAM belegt wird, oder sich einen Überblick über die Netzwerkaktivitäten verschaffen. Im neuen Task-Manager sehen Sie auch, welche Prozesse die Grafikkarte belasten. Drücken Sie zum Öffnen des Task-Managers gleichzeitig die Tasten Ctrl+Shift+Esc. Hüpfen Sie dort in die Registerkarte Leistung. Die Kurven visualisieren nebst der CPU-Anzeige auf anschauliche Weise, wie viel Arbeitsspeicher und wie viel Grafikspeicher (GPU) ein Prozess verschlingt.

Im neuen Task-Manager sehen Sie auch, welche Prozesse die Grafikkarte belasten Im neuen Task-Manager sehen Sie auch, welche Prozesse die Grafikkarte belasten © Screen: sgr/nmgz

Windows 10 achtet noch mehr auf Hintergrundaktivitäten, um Akkulaufzeit zu sparen. Das Betriebssystem identifiziert zum Beispiel Anwendungen wie den Musik-Player oder andere Prozesse, die es im Moment nicht braucht, und stoppt diese. Microsoft verspricht dabei eine elfprozentige Reduktion des CPU-Verbrauchs. Sie können diese Funktion entweder direkt übers Info-Center (rechts unten) einschalten oder in den Einstellungen (Windowstaste+I) unter dem Eintrag Akku.

Die wichtigsten Neuerungen haben wir Ihnen in der Bilderstrecke zusammengefasst:

Randnotiz: Ausserdem will Microsoft zum Start des Fall Creators Update frischen Wind in die virtuelle Realität bringen. Ab dem 17. Oktober sollen neue VR-Headsets für Windows-Mixed-Reality-Plattform am Markt starten.

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Fazit: gelungenes Update

Zwar konnte Microsoft nicht alle versprochenen Neuerungen einbauen, so fehlt zum Beispiel die «Timeline». Dabei handelt es sich um eine Art Zeitmaschine, um ältere Systemzustände oder Ordner einfach wieder hervorzuholen. Dennoch bietet das Fall Creators Update einiges. Auf unserem Testsystem, einem Surface Pro 4 von Microsoft, lief die Vorschauversion des «Fall Creators Update» bereits sehr flüssig. Zwar bringt es keine riesigen Innovationen, aber dafür kleine, feine Neuerungen. Interessant ist etwa die Sicherheitsfunktion gegen Ransomware, die sich im Alltag aber noch beweisen muss. Praktisch sind auch der Feinschliff beim Edge-Browser, bei OneDrive, im Startmenü und beim Task-Manager. Alles in allem hat Microsoft mit dem «Fall Creators Update» Windows 10 weiter verbessert.

Warten oder jetzt schon installieren?

Wie spielen Sie das Update ein? Das geht ganz einfach: Halten Sie ab dem 17. Oktober wieder mal in der Windows-Update-Zentrale Ausschau. Dort sollte das Update auftauchen. Die offizielle Version der Aktualisierung dürfte die Build-Nummer 1709 tragen. Über die Eingabe von winver in der Startmenüsuche finden Sie heraus, mit welcher Windows-Version Sie zurzeit unterwegs sind. Die Aktualisierung wird wahrscheinlich wieder in Wellen verteilt. In der Vergangenheit mussten einige Nutzer monatelang warten – abhängig davon, ob die vorherigen Sicherheits- und Funktions-Updates schon alle installiert waren. Die Installation läuft weitgehend automatisch ab. Kurz vor dem Start dürfte Microsoft auch das Media Creation Tool aktualisieren. In der Regel stellen die Redmonder zudem eine Woche vor dem offiziellen Termin ihren «Update-Assistenten» bereit, über den man nach einem System-Check direkt beim finalen Upgrade landet. Das Tool wird man voraussichtlich in gewohnter Manier verwenden können, wenn es nach dem Starttermin über die Windows-Update-Zentrale zu lange dauert. Sobald nämlich das Upgrade regulär verteilt wird, kann es je nach Aktualität des Windows-10-Systems mehrere Wochen bis Monate dauern. Ungeduldige können bereits die Vorschauversion testen. Wie das geht, erklärt unsere Schwesterpublikation PCtipp in dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Windows 10 Creators Update im Detail