Test: AsusPro B9440U, das Business-Notebook von Asus

Im Computerworld-Test kann das Business-Notebook AsusPro B9440U von Asus nur bedingt reüssieren, denn Anwender müssen zu viele Kompromisse eingehen.

von Klaus Zellweger 19.05.2017 15:15

Das AsusPro B9440U sieht seine Zielgruppe im Büro und verspricht viel Leistung bei einem Gewicht von weniger als 1.1 Kilogramm. Das gut verarbeitete Gehäuse fühlt sich robust an, weil die Magnesium-Legierung für eine hohe Steifheit sorgt. Wie sich eine solche Legierung anfühlt? Exakt so wie ein Kunststoff – aber ohne das Knarzen und Knirschen, wenn man das Gehäuse zu verdrehen versucht. Der erste Eindruck gefällt und wird nur vom Trackpad getrübt, das jede Berührung mit einem hohlen Klacken bestätigt – fast so, als würde man auf eine lose Fliese treten.

Nur das Büro im Sinn: Asus AsusPro B9440U Nur das Büro im Sinn: Asus AsusPro B9440U © pd

Leistung

Im Inneren sorgt ein Intel Dual-Core i7-7500 («Kaby Lake») mit 2.9 GHz für den Antrieb. Im Antutu-Benchmark erreichte das Gerät solide 286’000 Punkte. (Wenn Sie mit Ihrem aktuellen PC vergleichen möchten: Antutu ist kostenlos im Windows-Store erhältlich.) Die SSD bringt es beim Kopieren von grossen Dateien auf einen gemischten Datendurchsatz von rund 410 MB pro Sekunde, während das WLAN-Modul unter optimalen Bedingungen etwa 43 MB pro Sekunde durch den Äther schaufelt.

Mit diesen ansprechenden Werten schafft es das Asus-Notebook problemlos durch den Alltag, wenn Sie sich vor Überstunden drücken: Fast achteinhalb Stunden hielt der Akku in unserem Test durch. Danach waren kanpp zwei Stunden nötig, um ihn wieder aufzuladen.

Die Lüfter springen schon bei der geringsten Last an – oder auch dann, wenn der Rechner nichts tut, aber gerade aufgeladen wird. Immerhin: Das Geräusch ist so dezent, dass es bereits in einer gemässigten Büroumgebung nicht mehr zu hören ist. Apropos Geräusch: In Anbetracht ihrer Grösse überzeugen die Lautsprecher mit ihrem vollen Klang.

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Tastatur

Beim Öffnen wird die Tastatur durch das Display angehoben, was die Ergonomie angenehm verbessert. Die matte Oberfläche spiegelt kaum, die Darstellung bleibt bei jedem Betrachtungswinkel unverändert.

Clever: Das offene Display hebt die Tastatur an Clever: Das offene Display hebt die Tastatur an © Klaus Zellweger / NMGZ

Beim Tippen bietet die Tastatur ein angenehmes Schreibgefühl, lässt aber einen deutlichen Druckpunkt vermissen. An der gleichmässigen Hintergrundbeleuchtung gibt es hingegen nichts auszusetzen.

Auf dieser Tastatur schreibt es sich angenehm Auf dieser Tastatur schreibt es sich angenehm © Klaus Zellweger / NMGZ

Display und Webcam

Trotzdem eignet sich das Display nicht, um Privatanwender mit Fotos und Filmen zu bespassen. Es deckt zwar den kompletten RGB-Farbraum ab, doch die Darstellung tendiert zu Blau, während es den Farben an Leuchtkraft und feinen Kontrasten fehlt. Fotos und Videos wirken auf diesem Display mit viel gutem Willen gerade noch «akzeptabel».
Das lässt sich von der Full-HD-Auflösung (1920 × 1080) nicht behaupten; sie passt nicht mehr ins Jahr 2017. Excel-Akrobaten, die sich täglich mit komplexen Tabellen und kleinen Schriften herumschlagen, werden die fehlende Schärfe am eigenen Auge erfahren.

Es wird noch schlimmer: Die Webcam wurde kurzerhand gestrichen, damit das Display so dünn und randlos konstruiert werden kann. Das sorgt vor der nächsten Skype-Konferenz bestimmt für Lacher – aber nur für solche, auf die man gerne verzichtet hätte. Es bleibt unverständlich, wie die Verantwortlichen bei Asus diesen Faux­pas abnicken konnten.

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USB-C

Für die Verwendung der Peripheriegeräte sind links und rechts am Display je ein USB-C-Anschluss verbaut. Dabei grenzt es fast schon an Pfusch, dass sich das Gerät nur am linken Anschluss aufladen lässt. Das Asus-Notebook wird Sie jedes Mal daran erinnern, wenn Sie im Zug das Fenster auf der rechten Seite haben und das Ladegerät einstöpseln.

Zwei USB-C-Anschlüsse – aber nur links kann geladen werden Zwei USB-C-Anschlüsse – aber nur links kann geladen werden © Klaus Zellweger / NMGZ

Weil USB-C allein (noch) nicht glücklich macht, gehört zum Lieferumfang ein schlanker Adapter mit einem HDMI- und einem klassischen USB-A-Anschluss.

Ein paar Anschlüsse mehr am Adapter hätten nicht geschadet Ein paar Anschlüsse mehr am Adapter hätten nicht geschadet © Klaus Zellweger / NMGZ

Gegen einen Adapter ist eigentlich nichts einzuwenden; dadurch bleibt das Notebook dünn und übersichtlich. Allerdings ist es bestimmt nicht zu viel verlangt, von einem solchen Adapter auch einen SD-Card- und einen Ethernet-Anschluss zu erwarten, aber nein. Kleiner Trost: Im Internet werden preiswerte USB-C-Multiadapter feilgeboten, die wesentlich besser bestückt sind.

Fazit: Das Asus AsusPro B9440U - Kostenpunkt: 1599 Franken - ist auf den ersten Blick ein tolles, leichtes Notebook für den Geschäftsalltag. Doch beim zweiten Hinschauen offenbaren sich schmerzhafte Kompromisse, die es uns schwermachen, eine Empfehlung auszusprechen.

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