Mondaine bringt den NFC-Chip an jedes Handgelenk (theoretisch)

Keine Geldbörse mehr mitschleppen? Der Schweizer Uhrenhersteller Mondaine lanciert eine innovative Lösung. Ausgerechnet, indem er keine Smartwatch herstellt.

von Fabian Vogt 24.06.2016 14:30

Nach Swatch und Tag Heuer lanciert mit Modaine eine weitere Schweizer Traditionsmarke eine Smartwatch. Wobei, Smartchwatch wird sie in einer Medienmitteilung nie genannt. Ist sie auch nicht. In Wirklichkeit handelt es sich bei Mondaine PayChip um eine gewöhnliche Uhr, die mit einem NFC-Chip geliefert wird und diesen schön verpackt. Und dennoch ist das Modell innovativer als andere auf dem Markt: Der Chip ist nicht wie zum Beispiel bei Swatch in die Uhr integriert, sondern steckt im Armband. Dank einer mitgelieferten Schlaufe kann er auch an anderen Uhrenmodellen befestigt werden. Damit kann also theoretisch mit jeder Uhr bezahlt werden. Oder man streift das Armband einfach ums Handgelenk, befestigt es am Schlüsselanhänger - worauf man gerade Lust hat. 

Das Model trägt den PayChip an einer Mondaine-Uhr. Theoretisch kann er aber überall befestigt werden.
Bild: Mondaine Das Model trägt den PayChip an einer Mondaine-Uhr. Theoretisch kann er aber überall befestigt werden. Bild: Mondaine

Entwickelt wurde der Chip in Zusammenarbeit mit der Cembra Money Bank und Oberthur Technologies, einer französischen Firma aus der Sicherheitsdruckbranche. Für Schweizer Kunden bedeutet dies, dass der Chip nur mit Karten von Cembra funktioniert. Genauer, nur mit der MasterCard. Wie viele es davon in der Schweiz gibt, sagt die Bank nicht. Insgesamt habe die Bank rund 700 000 Kreditkarten im Umlauf.

Der Mondaine PayChip hat die Grösse einer SIM-Karte und funktioniert wie eine Kreditkarte. Noch ein Vorteil gegenüber dem Swatch-Chip, der mit Debit-Karten funktioniert. Im Verlustfall kann der Mondaine-Chip gesperrt werden und er besitzt die gleiche Betragslimite wie die herkömmliche Kreditkarte.

Ab 800 Franken

Mondaine integriert das Chiparmband in 15 ihrer Modelle, ab 200 Franken ist man dabei. Wie viel dabei der Chip kostet, wird nicht gesagt. Es soll ihn aber nicht ohne Uhr zu kaufen geben. Verständlich, ansonsten würde das Geschäftsmodell kaputt gehen. Ab Mitte Juli soll die Uhr vorbestellt werden können. Als frühstes Lieferdatum der Uhr wird Ende Juli 2016 genannt, der Chip soll voraussichtlich einen Monat später verfügbar sein. Nochmal einen Monat später, Ende September, soll sie auch im Handel erwerbbar sein.

Nebst den genannten Firmen sind weitere Schweizer Uhrenhersteller daran, die Uhren der Zukunft zu bauen. Zu den bekanntesten Marken zählen Breitling, Frederique Constant und der Juwelier De Grisogono