Das sind die besten Smartwatches

Was macht eine gute Smartwatch aus? Computerworld hat die besten Modelle getestet.

von Simon Gröflin 16.03.2016 08:44

Waren Smartwatches der ersten Generation noch klobig, betreten immer mehr edle Smart-Uhren mit besserer Akkulaufzeit das Eintrittspreissegment traditioneller Uhren. Wir werfen einen Blick zurück auf unsere bisher besten Testkandidaten.

Was ist eine Smartwatch?

Wer sich noch an die Zeiten der Casio-Uhren erinnert: Mit der Zeit konnten Uhren immer mehr andere Funktionen ausüben, wie z.B. Zeit stoppen oder per IR-Sender den Fernseher steuern. Heute hat ein Smartphone doppelt so viel Rechenleistung wie Prozessoren in Satelliten. Es war nur eine Frage der Zeit, bis Kleinstcomputer auch fürs Handgelenk serienreif wurden. Eine Smartwatch verfügt heutzutage über ein eigenes Betriebssystem und kann selber kleine Apps ausführen, steht aber in der Regel immer via Bluetooth in Verbindung zum Smartphone.  

Smartwatches der ersten Generation waren klobiger (Bild: Samsung Galaxy Gear im Vergleich zu einer normalen Uhr) Smartwatches der ersten Generation waren klobiger (Bild: Samsung Galaxy Gear im Vergleich zu einer normalen Uhr) © Wikicommons

Braucht man überhaupt eine Smartwatch?

Dank einer schlauen Uhr entfällt ein regelmässiger Blick aufs Handy, weil die Benachrichtigungen dort ebenfalls eintrudeln. Ausserdem praktisch: Auf einer Computeruhr findet man meistens zahlreiche Ziffernblätter (Watch Faces) vor, die man bei Langeweile beliebig wechseln kann. Auch beim Autofahren gibt es Vorteile: Klingelt das Telefon, muss man ohne Freisprecheinrichtung nicht erst umständlich zum Handy greifen. Wichtig zu wissen: Der Funktionsumfang einer Computeruhr variiert abhängig von den verbauten Sensoren. Treibt man gerne Sport, ist ein Pulsmesser praktisch. Geht man gerne wandern, kann sich ein Barometer als vorteilhaft erweisen. Die Sprachsteuerung ist leider allgemein noch nicht so ausgereift. Einfacher Grund: Die Mikrofone sind noch zu klein und zu wenig gut.  

Welches Smartphone brauche ich?

Haben Sie mindestens Android 4.4? Dann finden Sie derzeit die grösste Auswahl an Smartwatches vor. Diese Uhren funktionieren über die Android-Wear-Schaltzentrale. Samsung setzt bei der Gear S2 ebenfalls Android ab Version 4.4 voraus. Wenn Sie ein iPhone haben und dieses nicht so schnell beiseitelegen möchten, ist die Apple Watch ganz klar die bessere Wahl. 

Auf den folgenden Seiten präsentieren wir Ihnen unsere Smartwatch-Favoriten.

Tag Heuer Connected

Mit 1400 Franken ist die Luxus-Smartwatch Tag Heuer Connected klar im Oberklassensegment angesiedelt. Die Uhr ist mit einem Gehäusedurchmesser von 46 Millimetern und einer Dicke von 12,8 Millimetern eher gross, überrascht aber mit 52 Gramm als Leichtgewicht.

Tag Heuer Connected: Edel-Gadget mit auffälligem Gehäuse und schönen Zifferblättern Tag Heuer Connected: Edel-Gadget mit auffälligem Gehäuse und schönen Zifferblättern © sgr/nmgz

Die Ausstattung:

  • Display-Grösse: 1,5 Zoll (transflektives Display)
  • Auflösung: 360 x 360 px
  • Prozessor: Zweikern-CPU (1,6 GHz)
  • Arbeitsspeicher: 1 GB
  • Nutzspeicher: 4 GB
  • Akkulaufzweit: 1 Tag
  • Betriebssystem: Android Wear
  • Durchmesser: 4,6 cm, Gewicht: 52 g
  • Sensoren: Dreh- und Beschleunigungssensoren, kein Pulsmesser 
  • Besonderheiten: Mikrofon, Titangehäuse, auswechselbares Gehäuse
  • Preis: Fr. 1400.-
  • Gesehen bei: Christ Uhren & Schmuck

Computerworld meint

Laut Hersteller hat man sich desselben Titanmaterials bedient, das auch in den Carrera-Modellen zum Einsatz kommt. Die Lünette und die Krone sind präzise verarbeitet. Das Display überzeugt mit guter Leuchtkraft und widersteht grellem Einfallslicht. Die Schattierungen der Zeiger sind sehr authentisch umgesetzt. Aussenstehende würden nicht erahnen, dass man eine Smartwatch trägt. Auf alle Benutzereingaben und Sprachbefehle reagieren Display und Mikrofon sehr schnell und genau. Was fehlt, ist ein Sensor für Pulsmessung. Schade auch: Aus der präzise reagierenden Krone wurde nicht viel gemacht. Sie ruft die Einstellungen auf oder weckt die Uhr aus dem Stand-by auf. Der Akku lädt sich in 1,5 Stunden. Das ist ordentlich. Bei ständiger Bluetooth-Verbindung und vielen Interaktionen zeigte der Ladestand nach 9 Stunden noch ca. 32 Prozent. Einen ausführlichen Online-Testbericht gibt es hier.

Fazit: Die Tag Heuer Connected ist die edelste und robusteste Android-Wear-Smartwatch, die wir je vor uns hatten, allerdings auch die teuerste. 

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Apple Watch

Die Apple Watch arbeitet nur mit einem iPhone 5 oder neuer zusammen. Sie ist in zwei Grössen erhältlich (38 mm und 42 mm), wobei die grössere Ausgabe fast immer die richtige ist – auch für Frauen. Apropos: Die Apple Watch ist wohl die einzige Smartwatch, die am weiblichen Handgelenk gut aussieht.

Die Apple Watch macht eine gute Falle Die Apple Watch macht eine gute Falle © Klaus Zellweger / NMGZ

Die Ausstattung:

  • Auflösung: 272×340 px (38-mm-Modell); 312×390 px (42-mm-Modell)
  • Prozessor: Zweikern-CPU (1,6 GHz)
  • Arbeitsspeicher: 512 MB
  • Nutzspeicher: 8 GB
  • Akkulaufzweit: 1,5 Tage
  • Betriebssystem: watchOS 2.1
  • Gewicht: 25 g bzw. 30 g (mit Armband)
  • Sensoren: Dreh- und Beschleunigungssensoren, Pulsmesser 
  • Besonderheiten: Saphirglas, Force Touch, Lautsprecher und Mikrofon
  • Preis: ab Fr. 389.- (38 mm)
  • Gesehen bei: www.apple.com/chde/watch

Computerworld meint

Die unzähligen verfügbaren Armbänder werden durch einen raffinierten Mechanismus in wenigen Sekunden getauscht. Die Zifferblätter sind allesamt stilvoll, aber leider nicht sehr zahlreich. Zurzeit erlaubt Apple keine Zifferblätter von Drittanbietern. Das Display wirkt gestochen scharf, alle Animationen laufen butterweich ab. Dabei reagiert es nicht nur auf Berührungen, sondern auch auf Druck (Force Touch). Die «digitale Krone» unterstützt ausserdem zahlreiche Aktionen, damit das Display in den meisten Fällen nicht durch den Finger verdeckt wird. Die Kernaufgabe der Apple Watch besteht darin, den Träger dezent auf Termine, E-Mails, Anrufe und Ähnliches mehr hinzuweisen. Während sich die «Taptic Engine» mit einem feinen Klopfen meldet, bleibt das Display diskret dunkel, bis es mit einer leichten Drehung des Handgelenks zum Leben erweckt wird.

Fazit: Diskret, stilsicher und die vielen raffinierten Details: Die Apple Watch positioniert sich als ideale Ergänzung zum iPhone. Ein Erfahrungsbricht findet sich hier.

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Samsung Gear S2

Ein mattes Edelstahlgehäuse umrandet das wasser- und katzfeste Saphirglas der Samsung Gear S2. Beim Betriebssystem setzt Samsung auf sein hauseigenes Tizen OS.

Die Samsung Gear S2 verfügt über ein leuchtstarkes Amoled-Display Die Samsung Gear S2 verfügt über ein leuchtstarkes Amoled-Display © sgr/NMGZ

Die Ausstattung:

  • Display-Grösse: 1,2 Zoll (Amoled)
  • Auflösung: 360 x 360 Px
  • Prozessor: Zweikern-CPU (1,6 GHz)
  • Arbeitsspeicher: 512 MB
  • Nutzspeicher: 4 GB
  • Akkulaufzweit: 1,5 Tage
  • Betriebssystem: Tizen OS
  • Gewicht: 47 g (mit Armband)
  • Sensoren: Dreh- und Beschleunigungssensoren, Umgebungslichtsensor, Pulsmesser, Barometer
  • Besonderheiten: staubdicht  und wasserfest (IP68), Sapphirglas, Lünette, Mikrofon; kein Lautsprecher
  • Preis: ab Fr. 319.- (Classic)
  • Gesehen bei: brack.ch

Computerworld meint

Intuitiv: Im Zusammenspiel mit der Lünette scrollt man galant durch sämtliche Apps des Hauptanwendungsbildschirms oder von dort durch weitere Widgets, die bei der Gesamtauswahl keinen Platz mehr finden. Die Feinmotorik des edel verarbeiteten Gehäuserings ermöglicht ein sehr flinkes Durchstöbern der Hauptanwendungen. Ebenfalls gut: Der Vibrationsmotor pulsiert mit einer angenehmen Frequenz. Der Umgebungslichtsensor rückt besonders die dunklen Zifferblätter immer ins rechte Licht. Dank des 250-mAh-Akkus hält die Uhr im Schnitt länger als viele Rivalen durch, überbietet aber die Huawei Watch nicht ganz. Nach einem langen Tag bleiben noch mindestens 30 bis 40 Prozent Restladung übrig. Der Funktionsumfang von Tizen ähnelt stark dem System von Android Wear. Bei den rund 1000 Tizen-Apps fehlt es noch an Alleinstellungsmerkmalen. Vertreten sind vor allem Watch Faces und ein paar Mini-Spiele.

Fazit: Samsungs Gear S2 ist eine echte Alternative zur Apple Watch. Hardware, Display und Bedienung überzeugen auf hohem Niveau.

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Sony Smartwatch 3

Die Sony SmartWatch 3 setzt wie viele andere Smartwatches auf Android Wear. Die Uhr gibts mit Kunststoffarmband schon ab Fr. 156.-.

Mit dem mattierten Stahlarmband kostet die Sony SmartWatch 3 nur ca. 60 Franken mehr als die günstige Version mit Kunststoffband Mit dem mattierten Stahlarmband kostet die Sony SmartWatch 3 nur ca. 60 Franken mehr als die günstige Version mit Kunststoffband © pd

Die Ausstattung:

  • Display-Grösse: 1,6 Zoll (transflektiv)
  • Auflösung: 320 x 320 Px
  • Prozessor: Vierkern-CPU (1,2 GHz)
  • Arbeitsspeicher: 512 MB
  • Nutzspeicher: 4 GB
  • Akkulaufzweit: 2 Tage
  • Betriebssystem: Android Wear
  • Sensoren: Dreh- und Beschleunigungssensoren, Mikrofon; kein Pulsmesser 
  • Besonderheiten: Saphirglas, Dreh- und Beschleunigungssensoren, Force Touch, Lautsprecher und Mikrofon
  • Preis: ab Fr. 156.- 
  • Gesehen bei: digitec.ch

Computerworld meint

Die edlere Version mit dem mattierten Stahlarmband wirkt robust, liegt dafür schwer am Handgelenk. Der Aufpreis fürs edlere Armband beträgt stattliche 100 Franken. Zudem ist mehrgliedrige Band etwas üppig dimensioniert für normalgrosse Handgelenke. Nützlich, wenn auch etwas unhandlich, ist das direkte Aufladen über den abgedeckten Micro-USB-Anschluss. Im Standby-Modus benötigt das etwas dunkle 1,6-Zoll-Display nur wenig Licht, weil es Sonnenlicht widerspiegelt. Bei den Sensoren vermissen wir Barometer, Pulsmesser und Mikrofon. Die Hardware mit dem Vierkernprozessor und 512 MB RAM ist für einen flüssigen Betrieb mehr als ausreichend. Auch die Akkulaufzeit sehr ordentlich. Bleibt die Uhr über Nacht ausgeschaltet, reicht der Akku für zwei Tage.

Fazit: Sonys SmartWatch ist vom Preis-Leistungs-Verhältnis her eine tolle Android-Wear-Uhr. Kleine Abzüge gibts beim Display und bei der Sensorausstattung.

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Huawei Watch

Ein Augenschein bei der Huawei Watch ist das Gehäuse aus mehrfach beschichtetem, rostfreiem Edelstahl. Beim Schutzglas setzt Huawei wie Apple auf ein kratzfestes Sapphire-Crytal-Glas.

Die Huawei Watch Die Huawei Watch © NMGZ

Die Ausstattung:

  • Display-Grösse: 1,4 Zoll (Amoled)
  • Auflösung: 400 x 400 Px
  • Prozessor: Vierkern-CPU (1,2 GHz)
  • Arbeitsspeicher: 512 MB
  • Nutzspeicher: 4 GB
  • Akkulaufzweit: 2 Tage
  • Betriebssystem: Android Wear Marshmallow
  • Besonderheiten: staubdicht und wasserfest (IP67), Sapphirglas, Mikrofon, Lautsprecher
  • Sensoren: Dreh- und Beschleunigungssensoren, Pulsmesser, Barometer
  • Preis: ab Fr. 328.-
  • Gesehen bei: microspot.ch

Computerworld meint

Mit einem Gewicht von gemessenen 59 Gramm ist die Uhr zusammen mit dem Lederarmband nur minim schwerer als die grosse Tag Heuer Connected (52 Gramm). Ideal ist die Grösse des 42-mm-Gehäuses für mittelschlanke Handgelenke. Nebst dem Herzfrequenzsensor und dem Bewegungssensor ist auch ein Barometer enthalten. Die Bedienung ist insgesamt sehr flüssig. Schaltet man die Uhr über Nacht aus, reicht die Batterie sogar für knapp zwei Tage. Dank Lautsprecher-Unterstützung und neustem Software-Update ist es nun auch möglich, Anrufe auf der Uhr entgegenzunehmen oder Musik zu hören.

Das neue Android Wear auf der Huawei Watch: Das neue Android Wear auf der Huawei Watch: © sgr / NMGZ

Mit Drehbewegungen des Handgelenks können neuerdings Benachrichtigungen durchblättert werden, ohne das Uhren-Display berühren zu müssen. Welche weiteren Uhren das neue Android Wear erhalten, hat Google noch nicht verraten. 

Fazit: Der Hersteller hat sich bei der Verarbeitung der Huawei Watch viel Mühe gegeben. Die Akkuleistung verdient ein grosses Lob! Display und Software setzen aber keine neuen Masstäbe.  

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Pebble Time Steel

Anders als eine Apple Watch verfügen die Pebble-Uhren über ein E-Ink-Display, das man über seitliche Bedienknöpfe bedient. Während bei der Pebble Steel das Gehäuse komplett aus Edelstahl besteht, war beim Vorgänger fast der ganze Uhrenkorpus aus Kunststoff gefertigt.

Die Pebble Time Steel Die Pebble Time Steel

Die Ausstattung:

  • Display-Grösse: 1,21 Zoll (E-Ink)
  • Auflösung: 144 x 168 px
  • Prozessor: 1-Core-CPU (1,2 GHz)
  • Nutzspeicher: 4 GB
  • Akkulaufzweit: 7 Tage
  • Betriebssystem: Pebble Timeline
  • Besonderheiten: wasserdicht (bis 50 m), Mikrofon
  • Sensoren:  Dreh- und Beschleunigungssensoren, Umgebungslichtsensor, Magnetometer,
  • Preis: ab Fr. 299.-
  • Gesehen bei: digitec.ch

Computerworld meint

Der Bildschirm löst weiterhin nur mit 144 x 168 Pixeln auf und bietet nur 64 Farben. Bei direktem Sonnenlicht ist er dafür sehr gut ablesbar, und die Akkulaufzeit reicht locker für eine Woche. Ein weiterer Bonuspunkt: Das Pebble-System ist sowohl zu iOS als auch zu Android kompatibel. Jedoch, und das ist schade: Unter iOS werden leider alle Benachrichtigungen des iPhones zur Uhr geschickt. Auf Android lässt sich das manuell für jede iOS-App einrichten. Der linke Knopf führt immer zum Hauptmenü zurück, während man mit den drei rechten Knöpfen durch Apps und Benachrichtigungen navigiert. Positiv: Gut 6’500 sind im Pebble Store zu finden, davon diverse Apps für den Schrittezähler und zahlreiche Watch Faces. (Online-Testbericht)

Fazit: Wer schon andere Smartwatches erkundet hat, mag zunächst ein wenig enttäuscht sein von der eingeschränkten Bedienbarkeit der Pebble Time. Top sind aber die Akkulaufzeit, die Benachrichtigungsanzeige, die Terminübersicht und das App-Angebot; zu hoch jedoch der Preis.

Und zum Schluss präsentieren wir Ihnen in der Bildergalerie die Rangliste unserer Favoriten - inklusive unserer Bewertung. 

Anmerkung: Die Rangverteilung basiert auf der abschliessenden Meinung des Autors hinsichtlich Preis und Leistung und muss sich nicht mit anderen Einschätzungen decken. Zudem haben viele Testkandidaten ähnlich gut abgeschnitten. Schlussendlich ist und bleibt eine Uhr immer auch ein persönliches Gadget, das je nach Geschmack verschiedene Nutzer anders ansprechen kann.

Die besten Smartwatches