Neues Petabyte-Storage-Cluster beim PSI

Der IT-Anbieter ABC Systems hat beim Paul Scherrer Institut PSI ein neues Storage-Cluster implementiert. Das IBM-System speichert nun jährlich rund 10 Petabyte.

von Mark Schröder 12.10.2017 14:30

Das Paul Scherrer Institut PSI entwickelt, baut und betreibt Forschungsanlagen. Sie werden einerseits der nationalen und internationalen Wissenschaftsgemeinde zur Verfügung gestellt und andererseits für die eigene Forschung verwendet. Dabei müssen die Systeme des PSI jährlich circa 10 Petabyte verarbeiten und speichern. Ausserdem erfordern die Experimente unmittelbare und kontinuierliche Schreibleistungen von mindestens 10 Gigabyte pro Sekunde.

Das PSI als grösstes Forschungsinstitut der Schweiz beschäftigt in Villigen und Würenlingen rund 2100 Mitarbeiter Das PSI als grösstes Forschungsinstitut der Schweiz beschäftigt in Villigen und Würenlingen rund 2100 Mitarbeiter © PSI

Mitte Jahr suchte das PSI in einer öffentlichen Ausschreibung einen Lieferanten für neue Speichersysteme. Den Zuschlag erhielt ABC Systems. Die Schlierener hatten mit ihrer Offerte im Wert von 666'000 Franken das wirtschaftlich beste Angebot abgegeben. Wie ABC Systems mitteilt, setzt das PSI weiterhin auf IBM Spectrum Scale mit Software-RAID. Das Scale-out Storage-Cluster wird neu mit Standard-Hardware von Lenovo (x3650, 12 GBps SAS-JBOBs mit 84 Drives) betrieben. 

Erste Tests der neu installierten Systeme hätten gezeigt, dass das Cluster 24 Gigabyte pro Sekunde zu schlucken vermag. Es kommuniziert ohne Paketverlust über 100-Gigabit-Ethernet und InfiniBand des Lieferanten Mellanox. 

Nebst dem hohen Datendurchsatz und kürzerer Antwortzeit erweist sich beim Einsatz von 10-Terabyte-Laufwerken das Software-RAID aufgrund der Rebuild-Geschwindigkeit als unverzichtbar. Die gefährlich langen Rebuild-Zeiten klassischer Hardware-RAIDs entfallen, erklärt ABC Systems. Geplant ist nun, das Cluster über die nächsten Jahre kontinuierlich weiter auszubauen.