Mehr Geld für IoT

Europas Industrie will in den kommenden drei Jahren vermehrt Geld für das Internet der Dinge in die Hand nehmen. Vor allem um die Betriebskosten zu senken.

von Susann Klossek 19.04.2017 13:52

72 Prozent der europäischen Industrieunternehmen wollen in den kommenden drei Jahren ihre Ausgaben für das Internet der Dinge (IoT) erhöhen (vgl. Grafik 1). Das geht aus einer aktuellen Studie des Marktforschungs- und Beratungsunternehmens PAC hervor. Hauptziele: Betriebsabläufe effizienter machen sowie neue, vernetzte Produkte und Dienstleistungen konzipieren.

Grafik 1: 72 Prozent der Industrieunternehmen wollen ihre Ausgaben für IoT erhöhen
Quelle: PAC Grafik 1: 72 Prozent der Industrieunternehmen wollen ihre Ausgaben für IoT erhöhen Quelle: PAC

Für die Studie «Die digitale Transformation der Industrie durch das Internet der Dinge» hat PAC über 250 Business- und IT-Führungskräfte in grossen, westeuropäischen Firmen der diskreten und weiterverarbeitenden Fertigungsindustrie befragt. Auch in der Schweiz. Knapp zwei Drittel von ihnen haben IoT-Projekte bereits gestartet (vgl. Grafik 2).

Grafik 2: 60 Prozent der Firmen haben bereits IoT-Projekte am Laufen
Quelle: PAC Grafik 2: 60 Prozent der Firmen haben bereits IoT-Projekte am Laufen Quelle: PAC

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Hauptschwerpunkt der IoT-Strategie liegt beim Grossteil (69%) der Befragten bei der Reduzierung der Betriebskosten. Für die Hälfte steht aber auch die Entwicklung von Produkten, Dienstleistungen und neuen Geschäftsmodellen oben auf der IoT-Liste (vgl. Grafik 3).

Grafik 3: Hauptmotivation für die Implementierung von IoT-Projekten ist Kosteneinsparung
Quelle: PAC Grafik 3: Hauptmotivation für die Implementierung von IoT-Projekten ist Kosteneinsparung Quelle: PAC

Sicherheitsbedenken

Geografisch betrachtet sind hinsichtlich der Implementierung von IoT die nordischen Länder am fortgeschrittendsten, während die Unternehmen in Deutschland und der Schweiz sich eher etwas Zeit lassen. Zum einen ist die Entwicklung von intelligenten, vernetzten Produkten hier noch nicht so weit fortgeschritten wie anderswo, zum anderen behindern Datenschutzvorschriften und –bedenken deren Verbreitung. 70 Prozent aller befragten Unternehmen sehen denn auch in Datensicherheit und –schutz die grösste Herausforderung im Zusammenhang mit IoT-Projekten.

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Fachabteilungen aussen vor

IoT-bezogene Geschäftsmodelle werden langfristig nur dann erfolgreich sein, wenn diverse Fachabteilungen von Anfang an involviert sind, während die IT diesen Prozess moderiert und unterstützt. Doch bei der Ausarbeitung einer IoT-Strategie sind bisher oft nur wenige ausgewählte Fachbereiche beteiligt. Dabei umfasst gerade IoT als Technologie alle Unternehmens- und Lebensbereiche gleichermassen. Hier muss ein Umdenken erfolgen. Ein weiteres beunruhigendes Ergebnis sei laut PAC, dass 54 Prozent der Firmen zugeben, immer noch keine IoT-Daten bei ihren unternehmerischen Entscheidungen zu berücksichtigen.

Grafik 4: Bei IoT-Projekten wird vornehmlich mit IT-Dienstleistern und Beratungsunternehmen zusammengearbeitet
Quelle: PAC Grafik 4: Bei IoT-Projekten wird vornehmlich mit IT-Dienstleistern und Beratungsunternehmen zusammengearbeitet Quelle: PAC



Die Zusammenarbeit mit Drittanbietern bei der Einführung von IoT läuft hingegen gut. Wenig überraschend: Am häufigsten involviert sind IT-Services-, Consulting- und Software-Unternehmen (vgl. Grafik 4).