Google bringt die zweite Generation seiner Superchips

Die zweite TPU-Generation soll sowohl das Anwenden als auch das Training von Machine-Learning-Modellen beschleunigen. Ein Supercomputer aus 64 Einheiten der neuen «Cloud TPUs» kann zudem in der Cloud gemietet werden.

von Luca Perler 19.05.2017 12:45

An der Entwicklerkonferenz im letzten Jahr präsentierte Google die erste Generation seiner sogenannten Tensor Processing Units (TPU). Dabei handelt es sich um Superchips, die das Inferencing, das Anwenden von trainierten Machine-Learning-Modellen, beschleunigen. Nun hat Google-CEO Sundar Pichai an der diesjährigen I/O-Konferenz nachgelegt und die zweite Generation vorgestellt, die «Cloud TPUs».

Die neue Cloud-TPU-Einheit bietet eine Rechenleistung von bis zu 180 Teraflops Die neue Cloud-TPU-Einheit bietet eine Rechenleistung von bis zu 180 Teraflops © Google

«Im Gegensatz zur ersten TPU-Generation kann das Nachfolgemodell auch gleich das Training von Machine-Learning-Modellen durchführen», schreiben die Google-Manager Jeff Dean und Urs Hölzle in einem Blog-Beitrag. Dabei biete jede TPU-Einheit eine Leistung von 180 Teraflops. Dank einem «Hochgeschwindigkeitsnetzwerk» können die TPUs zusätzlich zu einem Machine-Learning-Supercomputer zusammengesetzt werden. Diese sogenannten «TPU Pods» umfassten insgesamt 64 TPUs der zweiten Generation und würden eine kombinierte Rechenleistung von 11,5 Petaflops erzielen. Damit reduzieren sich Trainingszeiten gemäss Dean und Hölzle um ein Vielfaches.

64 TPUs der zweiten Generation bescheren dem «TPU Pod» eine maximale Leistung von 11,5 Petaflops 64 TPUs der zweiten Generation bescheren dem «TPU Pod» eine maximale Leistung von 11,5 Petaflops © Google

Google will den Zugang zur zweiten Generation seiner TPUs nun auch seinen Kunden zugänglich machen – die Nutzung der ersten Prozessoren war Google selbst vorbehalten. «Über die Google Compute Engine können die «Cloud TPUs» mit virtuellen Maschinen und anderen Hardware-Typen, etwa Skylake CPUs oder Nvidia GPUs, kombiniert werden», heisst es im Blog-Beitrag. Ab wann die Supercomputer genutzt werden können, ist jedoch noch unklar. Um auf dem Laufenden zu bleiben, kann man sich derzeit auf der Google Cloud Plattform für einen Newsletter anmelden.