Gefahrenherd Browser: Das muss man beim Surfen beachten

Viele Anwender nutzen Virenscanner und Mail-Verschlüsselung. Doch die naheliegenden Risiken übersehen sie. Was man bei der Browser-Nutzung unbedingt beachten sollte.

von Florian Bodoky 11.11.2016 14:34

In jüngster Vergangenheit gab es eine besorgniserregende Zunahme von Phishing-Versuchen und Ransomware-Attacken. Diese haben ein Ziel: Geld. Sei es über das «Phishen» von Daten oder die Lösegeldzahlungen an Cyberkriminelle. Was aber im Alltag oft vergessen geht, sind die Risiken, die durch den Browser, beziehungsweise durch den sorglosen Umgang mit Browsern verursacht werden. Oft setzten sich Nutzer aus Bequemlichkeit oder Performancegründen gewissen Gefahren aus, derer sie sich gar nicht bewusst sind.

PCtipp zeigt einige Basic-Tipps auf, wie man mit wenig Aufwand und ohne notwendige Fachkenntnisse Risiken bei Chrome, Firefox und Edge minimieren kann.

Microsoft Edge

Der Browser aus Redmond ist der designierte Nachfolger des vielkritisierten Internet Explorers. Folgende Tipps nützen der Sicherheit und sorgen für mehr Privatsphäre.

1. Leere Startseite

    © Screenshot: fby/nmgz

Wenn ein Windows-10-PC von mehreren Personen benutzt wird, können Surfgewohnheiten zum offenen Geheimnis werden – selbst dann, wenn Ihre Mitbenutzer gar nicht danach suchen. Denn: Öffnet man Edge, werden die häufig geöffneten Pages in einer Vorschau angezeigt. Verhindern Sie dies, indem Sie die Einstellungen öffnen, und den Punkt Microsoft Edge öffnen mit auf Neue Tabseite umstellen. Weiter stellen Sie den Punkt Neue Tabs öffnen mit auf Leere Seite um.

2. Daten nach Session löschen

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Es gibt zahllose Programme, die anbieten, gespeicherte Daten in Edge nach jeder Surfsession zu löschen. Aber wieso Drittsoftware, wenn Edge das selber kann? Klicken Sie auf Einstellungen, danach auf Browserdaten löschen. Dort finden Sie einen Schieberegler unter dem Punkt Diese Daten nach jeder Sitzung löschen. Stellen Sie diesen auf Ein und setzen Sie einen Haken bei den Punkten, die Sie gelöscht haben möchten. Insbesondere Kennwörter und Formulardaten seien empfohlen, auch wenn es natürlich bequem ist, wenn man bei Online-Bestellungen nicht jedesmal die Adresse eintippen muss.

3. Pop-ups und Adobe Flash

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Pop-ups und Adobe Flash sind zwei der grössten Einfallstore für Malware, einmal abgesehen davon, dass Pop-ups einfach unglaublich nervig sind. Gehen Sie ins Einstellungsmenü, klicken Sie auf Erweiterte Einstellung. Beim Punkt Pop-ups blockieren schieben Sie den Regler auf ein, bei Adobe Flash Player verwenden auf aus. So umgehen Sie einen grossen Gefahrenherd. Das beste: Edge informiert Sie, wenn Flash vonnöten wäre, oder ein Pop-up-Banner geblockt wurde. Beide Punkte können so einmalig erlaubt werden, wenn die Situation es erfordert.

4. Passwörter und Formulareinträge speichern

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Danke, aber Nein, danke. Siehe Punkt 2. Die Vernunft sollte hier über die Bequemlichkeit triumphieren. Und seien Sie sich bewusst: Wenn Edge Passwörter speichert, speichert er ALLE Passwörter, also z.B. auch das Verification-Passwort Ihrer Kreditkarte, wenn Sie online eingekauft haben. Klicken Sie auf Einstellungen, danach Erweiterte Einstellungen. Beim Punkt Speichern von Kennwörtern anbieten und Formulareinträge speichern schieben Sie den Schalter auf Aus. Wenn Sie sich Ihre Passwörter nicht merken können, empfehlen wir einen guten Passwort-Manager wie z.B. die Schweizer Software SecureSafe.

5. Standart-Suchmaschine einstellen

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Wenn Sie in die Adresszeile einfach ein Wort statt einer gültigen URL eingeben, sucht Edge normalerweise mit Bing. Wenn Sie aber Ihre Suchgewohnheiten lieber nicht tracken lassen wollen, empfehlen wir die Schweizer Suchmaschine DuckDuckGo als Standard zu setzen. Surfen Sie DuckDuckGo an, gehen Sie in die Einstellungen von Edge, danach klicken Sie auf Erweiterte Einstellungen. Scrollen Sie runter bis zum Punkt Suchmaschiene ändern und klicken Sie auf den Punkt. DuckDuckGo sollte Ihnen hier bereits vorgeschlagen werden. Wählen Sie DuckDuckGo aus und klicken Sie auf den Button Als Standard.

6. Seitenvorhersage deaktivieren

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Auch hier gilt: Datenschutz vor Bequemlichkeit. In den Erweiterten Einstellungen finden Sie einen Punkt namens Seitenvorhersage verwenden, um den Browser zu beschleunigen sowie das Lesen und die gesamte Nutzung zu verbessern. Stellen Sie den Schalter auf Aus. Übrigens: Surfen Sie oft mobil? Dann verringern Sie mit diesem Trick sogar den Datenverbrauch.

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Mozilla Firefox

1. Do Not Track-Funktion einschalten

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Firefox bietet eine Funktion an, die Websites mit Cookies bei jedem Besuch automatisch auffordert, die Aktivitäten auf ihrer Website nicht mitzuverfolgen. Leider kommen die Websites diesem Wunsch nicht immer nach, andere versuchen, mit Cookie-Akzeptanz-Bitten, Sie von Ihrem Wunsch abzubringen. Aber einige Websites werden Ihren Wunsch tatsächlich respektieren. Immerhin. Öffnen Sie die Einstellungen von Firefox und wechseln Sie aufs Privatsphäre-Tab. Machen Sie einen Haken beim Punkt Websites auffordern, meine Aktivitäten nicht zu verfolgen.

2. Phishing- und Malware-Block Funktion aktivieren

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Mozilla hat seinem Browser einen ziemlich cleveren Smartfilter spendiert. Ist dieser aktiviert, warnt er, falls man auf eine verdächtige oder als schädlich gemeldete Website surfen möchte. Das ist vor allem dann nützlich, wenn man auf eine Phishing-Mail hereinfällt und glaubt, jetzt wirklich auf die Seite der Postfinance o.ä zu surfen. Öffnen Sie die Einstellungen und wechseln Sie aufs Sicherheits-Tab. Setzen Sie einen Haken bei Warnen, wenn Websites versuchen, Add-ons zu installieren, bei Website blockieren, wenn sie als attackierend gemeldet wurde und Website blockieren, wenn sie als Betrugsversuch gemeldet wurde.

3. Das Noscript-Add-on installieren

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Scripts auf Websites können ebenso nützlich wie schädlich sein. Zum einen werden sie von Webmastern für gewisse Funktionen auf der Seite benötigt, zum andern können Scripts auch Malware transportieren. Surfen Sie daher auf den Add-on-Store und laden Sie sich die Erweiterung Noscript runter. Dieses wird Sie auf jeder Website fragen, ob Sie hier Scripts zulassen möchten. Das ist zwar anstrengend, dafür sicher.

4. Pop-up Blocker

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Siehe Edge. Gehen Sie in die Einstellungen und wählen Sie das Tab Inhalte. Setzen Sie einen Haken bei Pop-up-Fenster blockieren.

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Google Chrome

Googles Browser ist einer der meistgenutzten überhaupt. Auf mobilen Geräten ist er sogar die Nummer 1.

1. Synchronisation individualisieren

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Wenn Sie Chrome mit einem Google-Account nutzen, bietet das zahlreiche Vorteile. So werden Browser-History, Lesezeichen, Passwörter, Formulardaten etc. mit allen Geräten synchronisiert, auf denen Chrome installiert und Sie mit Ihrem Google-Account angemeldet sind. Es empfiehlt sich jedoch zu kontrollieren, welche Inhalte synchronisiert werden. Klicken Sie dazu auf das Hamburger-Menü oben rechts, wählen Sie Einstellungen und danach den Punkt Erweiterte Synchronisationseinstellungen. Setzen Sie nur Haken bei Punkten, die auch in potenziell fremden Händen keinen wesentlichen Schaden anrichten könnten. Dinge wie Kreditkarten, Google Payment Infos oder Passwörter sollten Sie abwählen.

2. Cache nach jeder Session löschen

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Nutzen mehrere Personen den Browser? Gehen Sie in die Einstellungen und wählen Sie den Punkt Erweiterte Einstellungen anzeigen, danach Inhaltseinstellungen. Dort wählen Sie unter dem Kapitel Cookies den Punkt Lokale Daten nach Schliessen des Browsers löschen.

3. Drittanbieter-Cookies nicht zulassen

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Gewisse Websites werden Ihre Aktivitäten tracken, auch wenn Sie sich dagegen wehren. Kommen Sie zu einem späteren Zeitpunkt auf die Website zurück, wird Sie die Seite wiedererkennen und Ihnen z.B. «Produkte zeigen, die Sie interessieren könnten». Wenn Sie daran kein Interesse haben, gehen Sie wie folgt vor: Gehen Sie in die Einstellungen und wählen Sie den Punkt Inhaltseinstellungen. Dort setzen Sie einen Haken bei Drittanbieter-Cookies und Websitedaten blockieren.

4. Inkognito surfen

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Wenn Sie wirklich sicher sein wollen, dass keine (lokale!) Surf-History angelegt wird, dann hilft am besten eine private Surf Session. Klicken Sie auf die drei Punkte oben rechts und wählen Sie Neues Inkognito-Fenster.

Hinweis: Die meisten Tipps funktionieren auf allen drei Browsern, wurden aber aus Wiederholungs-Gründen in ein spezielles Kapitel eingeordnet.