Ategra: Cloud eine Option für Schweizer Behörden

Die Schweizer Behörden stehen bei der Digitalisierung der Geschäftsprozesse noch am Anfang. Je länger, je mehr wird die Cloud eine Option für die Gemeinden und Kantone.

von Mark Schröder 11.10.2017 15:28

Viele Geschäftsprozesse in Schweizer Behörden erfordern heute noch manuelle Tätigkeiten. Insbesondere in kleineren Gemeinden dient Microsoft Office respektive Excel als Verwaltungswerkzeug. An nicht wenigen anderen Orten wird Papier beschrieben. 23 Prozent setzen ausschliesslich auf Excel und Papier, eine elektronische Geschäftsverwaltung ist nur bei 52 Prozent der Behörden in Betrieb. Die übrigen 25 Prozent nutzen eine Mischung aus beidem. Das sind Ergebnisse der Studie «Geschäftskontrolle in Schweizer Gemeinden», für die der IT-Dienstleister Ategra 80 Informatikverantwortliche aus Gemeinden und Städten befragt hat. 

Laut Lukas Stocker von Ategra sind in einigen Gemeinden noch Excel und Papier omnipräsent Laut Lukas Stocker von Ategra sind in einigen Gemeinden noch Excel und Papier omnipräsent © Ategra

Das Milizsystem in Gemeinden wird laut Studienleiter Lukas Stocker noch nicht adäquat durch Informatik unterstützt. Wie er an einem Kundenanlass von Ategra in Zürich sagte, gibt es zurzeit noch zu wenige Gemeinden, in denen die Gemeinderäte vollelektronisch (nicht nur Lesen, sondern auch Schreiben) Remote arbeiten können. Allerdings hätten ihm die Befragten klar signalisiert, dass Verbesserungen geplant sind. 

Eine grosse Hilfe für die Digitalisierung der Behörden ist nach Meinung von Gregor Weisser die Cloud. Mit zum Beispiel einer SaaS-Lösung müssen die Informatik-Ressourcen von den Ämtern nicht mehr selbst beschafft, betrieben und gewartet werden. Die Software wird aus der Cloud bezogen, womit die Angestellten mehr Zeit für die Verwaltungstätigkeiten haben. Zu den Vorbehalten wegen des Datenschutzes und der Privatsphäre gibt es mittlerweile klare Standpunkte: «Der Datenschutzbeauftragte des Kantons Zürich macht in seinen Empfehlungen zu Cloud-Diensten keine Vorgaben zum Speicherort der Daten», sagte Weisser. Der Kantonsrat Zürich hat den Experten beim Wort genommen und seine Daten in ein Rechenzentrum in Dublin ausgelagert.

Wenn eine Behörde sich zwar für die Cloud entscheidet, aber die Daten gerne innerhalb der Landesgrenzen wissen will, kann Ategra mit der Eigenentwicklung eGeKo (elektronische Geschäfts-Kontrolle) helfen. Wie Weisser sagte, kooperiert sein Unternehmen für den Betrieb mit der Bedag. eGeKo wird in Rechenzentren des Berner IT-Dienstleisters gehostet. Bedag liefert selbst auch SaaS-Lösungen für öffentliche Verwaltungen.