18 Digitalisierungsprojekte für die Schweiz

Gestern ist die erste«Digitalswitzerland Challenge» über die Bühne gegangen. Dabei wurden 18 Wetten in Form von Schlüsselprojekten für die Digitalisierung in der Schweiz präsentiert.

von Jens Stark 04.04.2017 09:43

An der ersten «Digitalswitzerland Challenge» haben 10 Teams, die sich in Roundtables zusammengefunden haben, 18 Wetten präsentiert. Diese werden von den Teams nun in Angriff genommen und umgesetzt.

Während der Veranstaltung wurden bereits erste Wetten in drei Kategorien prämiert und vom Jurypräsident, Bundeskanzler Walter Thurnherr, verkündet. So will die mutigste Wette ein «smartes Quartier» als Testfeld für fortgeschrittene nachhaltige autonome Transportlösungen zu bauen. Die kollaborativste Wette, die neue Partner schafft und Silos
sprengt, wettet, ein digitales Ökosystem zur Steigerung der Gesundheitskompetenz mit einem ersten Pilot zur Senkung des Blutdrucks zu etablieren. Die lukrativste Wette, die die Schweiz (erfolg)reich macht, wettet, einen Handelsregister-Prototyp auf Basis einer Blockchain zu realisieren, durch den die Unternehmensgründung digitalisiert werden kann.

Auch das Publikum vergibt einen Preis Auch das Publikum vergibt einen Preis © pd

Den Publikumspreis gab's darüber hinaus für die Wette, bei der ein Schweizer Standard für Piktogramme zur Datenbearbeitung und zum Schutz der Privatsphäre etabliert und in einen digitalen Privacy-Assistenten implementiert werden soll.

Wie geht es weiter?

Nach dem Pitch geht es an die Umsetzung der Wetten. Nach einem halben Jahr, per September 2017, wird ein erster Meilenstein erreicht. Im April 2018 werden dann am Demoday die Resultate präsentiert.

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Wetten in Sachen Mobilität

Gleich vier Projekte wurden in der Kategorie «Mobility» eingereicht. So wetten Google, Valora, Migros, Coop und APG, den Hauptbahnhof Zürich zum digitalsten, persönlichsten Verkehrsknoten der Welt und zu einem Leuchtturm für die digitale Schweiz zu machen.

Ebenfalls im Bereich Mobility findet sich die zweite und schon erwähnte prämierte Wette, bei der ein «smartes Quartier» als Testfeld für fortgeschrittene nachhaltige autonome Transportlösungen zu bauen. Eine riesige Anzahl Partner arbeitet an diesem Projekt, nämlich Post, Stadt Zürich, AXA Winterthur, Kanton Zürich, Flughafen Zürich, EWZ, Swisscom, BMW, Coop, Migros, Swisstopo, EPFL, ETH Zürich und Metall Zug.

Swisscom, Post, APG, EPFL, ETH Zürich und Postauto wetten zudem Augmented Reality im täglichen Betrieb einzusetzen.

Das vierte Mobilitäts-Projekt soll schliesslich eine nationale Carpooling-Offensive als funktionierende Plattform aufbauen und die Mobilitätseffizienz erhöhen. Diese Wette gehen Avenir Mobilité, IBM, Mobility, PostAuto, Siemens, Swisscom, SBB, Migros, COOP, Uber, Postauto und die ETH Lausanne EPFL ein.

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In der Kategorie «Cybersecurity» läuft eine Wette, der zufolge die Schweiz mittels einer «secure.switzerland» genannten Plattform und einer Kick-Off-Konferenz als neutralen Trusted Hub für Cyber-sichere Lösungen positioniert werden soll. Bei diesem Projekt treten Accenture, Avaloq, ACXIT, ABB, EWZ, EY, Geneva, KKR, KPMG, PWC, Wisekey, Ringier und RUAG als Partner auf.

Digitale Bildung

Wie bei der Mobilität gibt es auch im Bereich «Education Digital» gleich vier Wetten. Hier soll ganz generell ein grosses gemeinsames Nationalfondsprogramm zum Themenkomplex «Digital Education» aufgestellt werden, und zwar von den Partnern ETH Zürich, Hochschule für Wirtschaft Zürich (HWZ), UZH, Pro Juventute und ZHdK.

Das zweite Projekt will 100 Case Studies von KMU publizieren, welche ihre digitalen Kompetenzen aktiv entwickelt haben. Hier sind Swissmem, die Hochschule Luzern und Swisscom beteiligt.

Die dritte Wette will mit 20‘000 Personen ein Online-Assessment zu digitalen Kompetenzen durchführen. Partner sind derzeit: ICT-Berufsbildung Schweiz, Swissmem, ICTswitzerland, Swico, SIZ und IBM.

In der vierten Wette ist schliesslich vorgesehen, mit dem kompletten Lehrkörper von 100 Schulen aller Stufen und aller Sprachregionen je einen halbtägigen Programmier-Workshop durchzuführen. Federführend sind bei diesem Projekt das Staatssekretariat für Bildung (SBFI), Forschung und Innovation, die Schulpräsidentin/Bildungsvorsteherin von Egg, die Universität Zürich (UZH), PH FHNW und Codillion.

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Im Bereich E-Democracy wetten die Uni Zürich (UZH) und Foraus, eine Crowd-Innovation-Plattform als digitalen Think Tank zu realisieren.

In Sachen E-Health soll ein digitales Ökosystem zur Steigerung der Gesundheitskompetenz mit einem ersten Pilot zur Senkung des Blutdrucks etabliert werden. Bei dieser als am kollaborativsten prämierten Wette partnern derzeit die Post, UZH, ETH Zürich, EPFL, midata, BaselArea, USZ, RedRock, Galenica, Medgate, Swisscom, healthbank, DayOne VIPartners, Medgate, Medi24, Swiss Medical, Cedrus Therapeutics, Schulthess Klinik, BotsCamp sowie Wenger & Vieli.

Auch die Blockchain spielt im «Digitalswitzerland Challenge» eine Rolle. Hier soll ein Handelsregister-Prototyp auf Basis einer Blockchain realisiert werden,
durch den die Unternehmensgründung digitalisiert werden kann - laut Jury die möglicherweise lukrativste Wette. Hier partnern IBM, Swisscom und EY.

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Digital Real Estate

Auch in Sachen «Digital Real Estate» gibts gleich mehrere Wetten. So planen WinCasa, Steiner, Zumtobel, FHNW, Swiss Life und SBB einen Prototypen in Form eines Modellierungsschemas für einen digitalen Gebäudemodell-Standard zu etablieren.

Im zweiten Projekt wird gewettet, den Beweis zu erbringen, dass durch den konsequenten Einsatz von Internet of Things (IoT) im Facility Management messbare Kosteneinsparungen realisiert werden können. Die Partner lauten hier Halter, Schaeppi Immobilien, EKZ, cgz Consulting, Specker Beratungen, EWZ, Vebego, SPG Intercity, Securiton, Reso & Partners sowie Swisscom.

In der dritten Wette im Bereich «Digital Real Estate» wollen SVIT Schweiz, Swiss Real Estate Institute, Swiss Circle, Homegate, Immoscout24, Schwyter Digital, KPMG, Wenger & Vieli, Losinger Marazzi, Wüest und Partner, Reamis AG und die Hochschule Luzern (HSLU) mit einem Prototyp für digitale Immobilientransaktionen unter Beweis stellen, dass diese innerhalb von Minuten statt Monaten realisiert werden können.

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Datenschutz-Piktogramme

In der Kategorie «Legal» wird gewettet, einen Schweizer Standard für Piktogramme zur Datenbearbeitung und zum Schutz der Privatsphäre zu etablieren und in einen digitalen Privacy-Assistenten zu implementieren. Dieser vom Publikum bevorzugte Vorschlag stammt von den Partnern UBS, UZH, Wenger & Vieli, Zurich Insurance und Credit Suisse.

Im Bereich «Fintech» wetten Leonteq, MME Legal, Swisscom sowie Wenger & Vieli, einen Protoypen und damit einen Standard für die Herausgabe von elektronischen Anteilscheinen und den digitalen Handel mit diesen zu etablieren.

In Sachen «Artificial Intelligence» ist wohl last but not least die wohl «schweizerischste» Wette am Laufen. Hier soll unter der Obhut von Swisscom und der Uni Zürich dank künstlicher Intelligenz ein digitaler Dienst entwickelt werden, der einen der seltensten Dialekte der Schweiz hören, verstehen und sprechen kann.

Weitere Informationen zur «Digitalswitzerland Challenge» finden sich auf dieser Webseite.

Digitalisierung in der Industrie