Schweizer wollen in Zukunft digitaler einkaufen

Schweizerinnen und Schweizer wollen einer Studie zufolge vermehrt digitale Technologien zum Bezahlen nutzen. Eine gute Nachricht für Detailhändler, denn ihre Umsätze dürften dadurch ansteigen.

von Luca Perler, sda 14.07.2017 12:15

Heute bezahlen in der Schweiz zwar noch wenige mit mobilen Geräten wie Smartphones. In Zukunft wollen Schweizerinnen und Schweizer beim Einkauf aber vermehrt Gebrauch von digitalen Technologien machen. Für Detailhändler ist das eine gute Nachricht, sie können mit mehr Umsatz rechnen.

Zu diesen Ergebnissen kommt eine repräsentative Online-Umfrage des Beratungsunternehmens Deloitte, die bei 2000 in der Schweiz wohnhaften Personen durchgeführt wurde. Demnach haben bis heute rund 23 Prozent der Befragten bereits mobil bezahlt – beispielsweise mit Apple Pay, PayPal, Twint oder anderen Mobile-Payment-Diensten. In Zukunft dürften es gemäss Umfrage doppelt so viele sein.

Digitale Bezahlsysteme sind bei Schweizerinnen und Schweizern gefragt Digitale Bezahlsysteme sind bei Schweizerinnen und Schweizern gefragt © Deloitte Research

Ein ähnlich hohes Wachstum sagt das Beratungshaus dem Bezahlen via App des Anbieters voraus. Starbucks bietet beispielsweise einen entsprechenden Service an. Elf Prozent der Befragten könnten sich zudem vorstellen, in Zukunft Bitcoins zu nutzen. Nur sehr wenige Personen haben allerdings bereits mit der Kryptowährung bezahlt.

Auch Self-Checkout-Automaten, die bereits jetzt auf grosse Akzeptanz stossen, dürften noch beliebter werden. 42 Prozent der Befragten gaben an, bereits via Self-Checkout bezahlt zu haben, 65 Prozent wollen die Automaten in Zukunft nutzen.

Konsumenten rechnen mit höheren Ausgaben Konsumenten rechnen mit höheren Ausgaben © Deloitte Research

Mobile Bezahlungssysteme werden für Detailhändler also wichtiger. «Die Digitalisierung hat das Konsumverhalten im Detailhandel in den letzten Jahren stark verändert», sagt Konstantin von Radowitz, Leiter Consumer & Industrial Products bei Deloitte Schweiz. Wer dabei aber nur an Online-Verkäufe denke, unterschätze die Entwicklung. Denn die Grenze zwischen dem Online- und Offline-Kunden verschwimme zunehmend. «Das hat zur Folge, dass der Detailhandelsumsatz im Laden ebenfalls stark von digitalen Geräten und Onlinekanälen beeinflusst wird.» Detailhändler sollten deshalb vermehrt auf den Einsatz digitaler Technologien im Offline-Bereich setzen, rät Konstantin von Radowitz.

Wichtig werden digitale Technologien insbesondere, weil Detailhändler so mehr Umsatz generieren können, wie die Studie weiter zeigt. Fast 30 Prozent der Befragten rechnen demnach damit, dass sie beim Einkaufen mehr Geld ausgeben, wenn sie mit dem Smartphone oder der Smartwatch bezahlen. Mit weniger Ausgaben rechnen lediglich vier Prozent der Umfrageteilnehmer. Besonders stark ist dieser Effekt bei den Konsumenten mit den Jahrgängen 1980 bis 1999. Von ihnen erwarten 39 Prozent steigende Ausgaben.