Privatbanken: Sourcing ist Erfolgsfaktor

Schweizer Privatbanken arbeiten im weltweiten Vergleich am wenigsten effizient. Sourcing kann ihnen helfen, sich im Wettbewerb besser aufzustellen, weiss ein Zürcher Professor.

von Mark Schröder 15.12.2011 09:09

Schweizer Vermögensverwalter arbeiten wenig effizient. Ihr Aufwand-Ertrags-Verhältnis liegt bei 77 Prozent. Schlimmer noch: Gemäss der neuen «International Private Banking Study» des Instituts für Banking und Finance der Universität Zürich hat sich die mittlere Aufwand-Ertrags-Relation der einheimischen Privatbanken um 17 Prozent verschlechtert.

Im weltweiten Vergleich – analysiert wurden 209 Finanzinstitute aus der Schweiz, den Benelux-Ländern, Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Italien, Liechtenstein, Österreich und den USA – sind die Schweiz und Deutschland die Schlusslichter. Mit einem Aufwand-Ertrags-Verhältnis von 64 Prozent arbeiten italienische Dienstleister am effizientesten, gefolgt von französischen (65 Prozent) und den Unternehmen aus den Benelux-Staaten (66 Prozent).

Konzentration auf das Kerngeschäft

Der Fokus auf die hiesige Vermögensverwalter-Branche zeigt, dass kleine Institute (unter 10 Milliarden Franken verwaltete Vermögen) im Schnitt weniger effizient sind als die grösseren Wettbewerber. Indes sind die kleinen Finanzunternehmen nicht zwingend weniger wettbewerbsfähig: Die betriebswirtschaftliche Performance einiger Dienstleister kann durchaus mit grösseren Banken mithalten.

Laut Professor Urs Birchler vom Institut für Banking und Finance komme insbesondere kleineren Anbietern zu gute, dass sie unterstützende Prozessen an externe Dienstleister oder ein eigenes Shared-Service-Center ausgelagert haben. «Banken, die ihr Geschäftsmodell erfolgreich an das neue Umfeld angepasst haben, werden sich auch in einem zunehmend anspruchsvolleren Markt gut positionieren können», so der Experte.