Mobiler Datenverkehr steigt rasant

In einer aktuellen Studie prognostiziert Cisco ein kräftiges Wachstum des mobilen Datenverkehrs. Allein in Westeuropa soll sich dieser bis 2021 versechsfacht haben.

von Jens Stark 28.02.2017 14:27

Im Jahr 2021 wird es weltweit mehr Mobiltelefone (5,5 Milliarden) als Bankkonten (5,4 Milliarden) geben. Und der Mobilfunk wird das Festnetz bis dahin schon lange abgehängt (2,9 Milliarden Festnetzanschlüsse) haben. Dies zeigt der 11. jährliche Cisco Visual Networking Index (VNI).

Entsprechend hoch wird der Anteil der mobil übertragenen Daten sein. Gemäss der Studie werden dannzumal 20 Prozent des gesamten IP-Datenverkehrs gefunkt werden. Zum Vergleich: 2016 lag der Anteil bei 8 Prozent.

Die mobile Datenbandbreite legt laut Cisco bis 2021 enorm zu, auf durchschnittlich 20,4 Megabit pro Sekunde Die mobile Datenbandbreite legt laut Cisco bis 2021 enorm zu, auf durchschnittlich 20,4 Megabit pro Sekunde © Cisco VNI 2017

Mit dem Aufkommen von Internet oft Things (IoT) und Smarthomes wird auch die Anzahl der Geräte weiter steigen. Insgesamt sollen 2021 fast 12 Milliarden mobile Geräte im Einsatz sein. Das sind dannzumal 1,5 Einheiten pro Kopf, dies gegen über 1,1 Geräten pro Kopf (insgesamt 8 Milliarden Stück) im letzten Jahr.

Auch in Sachen Geschwindigkeit wird der mobile Datenverkehr einen Zackenzulegen. So wird gemässt Cisco-Studie die durchschnittliche Geschwindigkeit der Mobilnetze um das Dreifache steigen, nämlich von 6,8 auf 20,4 Megabit pro Sekunde steigen.

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Westeuropa: starker Anstieg von Videos im mobilen Datenverkehr

In der Cisco-Studie wird auch nach Region unterschieden. Demnach steigt in Westeuropa der mobile Datenverkehr zwischen 2016 und 2021 um das Sechsfache an. Damit wächst das mobile Datenvolumen zweimal so schnell wie das der drahtgebundenen  Festnetze.

Datensaugen ohne Ende: 2021 wird weltweit jeder User gut 5,7 Gigabyte Daten pro Monat mobil beziehen Datensaugen ohne Ende: 2021 wird weltweit jeder User gut 5,7 Gigabyte Daten pro Monat mobil beziehen © Cisco VNI 2017

Smartphones werden in dieser Region bis Ende 2021 für drei Viertel (75 Prozent) des mobilen Traffics verantwortlich sein. Derzeit verfügen etwa 371,1 Millionen Westeuropäer (89 Prozent) über ein mobiles Gerät. Der geringe Anstieg auf 380,7 Millionen in fünf Jahren zeigt klar eine Sättigung. Dabei generiert jeder User heute 1,88 Gigabyte pro Monat, 2021 werden es 9,8 Gigabyte pro Monat sein.

In Westeuropa wird ein überdurchschnittlich hoher Anstieg bei Videos erwartet: Deren Anteil am mobilen Datenvolumen wird von 61 Prozent im Jahr 2016 auf 80 Prozent im Jahr 2021 ansteigen. Der M2M-Datenverkehr erhöht sich in Westeuropa auf das 12-Fache und sorgt dann für gut ein Zehntel (11 Prozent) des mobilen Traffics. In fünf Jahren wird es in Westeuropa etwa 160 Millionen Wearables geben, von denen 10,5 Millionen mit einem Mobiltelefon verbunden sind.

Weitere Studiendetails finden sich in dieser Bilderstrecke.

Mobiler Datenverkehr bis 2021