IT- und Telekom-Angestellte sind Europas zufriedenste Arbeitnehmer

Mitarbeitern von IT- und Telekom-Unternehmen geht's in ganz Europa am besten, für Frust im Büro sorgen lahme und veraltete Technologien – das hat ADP in einer neuen Studie herausgefunden.

von Luca Perler 24.02.2017 09:13

Vom Bedarf an Weiterbildungsmöglichkeiten, über berufliche Neuorientierung, bis hin zur Frustration über eingesetzte Technologien: im Rahmen einer von ADP, dem Anbieter von Services und Lösungen für die Personaladministration, beauftragten Studie wurden 9'920 erwachsene Erwerbstätige zu wesentlichen Aspekten des Arbeitsplatzes befragt.

Die Studienteilnehmer kamen aus verschiedenen europäischen Ländern – darunter Frankreich, Deutschland, Italien, die Niederlande, Polen, Spanien, die Schweiz sowie Grossbritannien und Nordirland – und diversen Branchen.

 

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von IT- und Telekom-Firmen blicken zuversichtlich in ihre berufliche Zukunft Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von IT- und Telekom-Firmen blicken zuversichtlich in ihre berufliche Zukunft © Pixabay

IT- und Telekombranche schneidet gut ab

In vielen Belangen der Studie belegte die IT- und Telekom-Branche Spitzenplätze: sie weist etwa den höchsten Anteil an zufriedenen Mitarbeitern auf (79 Prozent), zudem gaben nur 11 Prozent der Befragten an, unter übermässigem Stress zu leiden.

Der Branchenvergleich zeigt, dass IT- und Telko-Angestellte am zuversichtlichsten auf ihre berufliche Zukunft blicken. 85 Prozent von ihnen hätten eine positive Einstellung im Hinblick auf die nächsten fünf Berufsjahre – bei den Kunst- und Kulturschaffenden waren es im Vergleich dazu 71 Prozent. Unterstützend kommt hinzu, dass 90 Prozent von ihnen angeben, bereits jetzt über Fähigkeiten und Kenntnisse zu verfügen, die Zukunft gefragt sein werden. Die Arbeitgeber von 81 Prozent der Angestellten würden diese ausserdem in ihrem beruflichen Werdegang unterstützen.

Ein Grossteil der Mitarbeitenden von IT- und Telekom-Unternehmen (87 Prozent) würde einen Stellenwechsel ins Ausland in Erwägung ziehen. «Vielleicht aufgrund der hohen Nachfrage nach ihren überfachlichen Kompetenzen», mutmassen die Autoren der Studie.

Technik-Frust

Für die Studie war nebst den Zukunftsaussichten auch Alltägliches, wie die Frustration am Arbeitsplatz durch Technologie, von Interesse. «Da die Arbeitswelt schnelllebig ist und man immer auf Draht sein muss, kann selbst das kleinste IT-Problem riesige Auswirkungen haben», schreiben die Autoren.

Am meisten Nerven kosteten die europäischen Arbeitskräfte langsame und veraltete Technologien sowie eine langsame Internetverbindung. Schweizer und Holländer beklagten sich ausserdem über zu viele Mails im Posteingang.

Die Schweiz im internationalen Vergleich

In der Rangliste der attraktivsten Länder für Arbeitnehmer aus dem Ausland schaffte es die Schweiz auf Platz vier, direkt hinter Frankreich. Den Spitzenplatz mussten Grossbritannien und Nordirland an Deutschland abgeben – Grund dafür sei höchstwahrscheinlich der Brexit, heisst es in der Studie.

Schweizer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gehören mit jenen aus den Niederlanden, Deutschland und Polen zu den Optimisten aus Europa. Polnische Angestellte blicken mir der grössten Zuversicht auf ihre berufliche Zukunft

Eine wichtige – nicht ganz neue – Erkenntnis gibt es noch für Arbeitgeber: eine Lohnerhöhung reicht in der Regel aus, um die Motivation der Belegschaft zu steigern. Vergütungen und Arbeitgeberleistungen stellen für knapp die Hälfte aller Befragten den grössten Motivationsfaktor dar. Mit grösserem Abstand folgen Beziehungen zu Kollegen, eine gute Work-Life-Balance und Lob vom Management.

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