Informatik-Lehrlinge ruhen sich nicht aus

Absolventen von Informatik- und Mediamatik-Lehren in der Schweiz wollen sich nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen. 80 Prozent von ihnen planen bereits Weiterbildungen.

von Jens Stark 13.07.2017 10:37

8 von 10 ICT-Lehrabgängerinnen und Lehrabgängern werden innerhalb von zwei Jahren nach dem Lehrabschluss eine Weiterbildung in Angriff nehmen; die meisten ein Fachhochschulstudium. Für den ICT-Fachkräftenachwuchs scheint somit klar zu sein: Für den beruflichen Erfolg gehört das «lebenslange Lernen» dazu.

Die Hälfte der BM-Absolventen möchten in Zukunft an einer Fachhochschule Informatik studieren. Die Hälfte der BM-Absolventen möchten in Zukunft an einer Fachhochschule Informatik studieren. © ICT-Berufsbildung Schweiz

Das zeigt die repräsentative Befragung bei den Lehrabgängerinnen und Lehrabgängern der Informatik und Mediamatik. Im Sommer schliessen schweizweit knapp 2400 Jugendliche mit einem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ) in Informatik und Mediamatik ab. Rund 34 Prozent haben sich an der Umfrage beteiligt.

Den Ausbildungsweg scheint die überweigende Mehrheit der Absolventen zu gutieren. Denn 87 Prozent der Befragten empfehlen Ihre Lehre an Kolleginnen und Kollegen weiter.

Nach den Kriterien für die zukünftige Stelle gefragt, sind für die Berufseinsteiger flexible Arbeitszeiten, eine sichere Stelle sowie Karriere- und Weiterbildungsoptionen ausschlaggebend. Zum Zeitpunkt der Umfrage hatten bereits 30 Prozent der Jugendlichen eine unbefristete oder befristete Stelle. Rund 70 Prozent wünschen sich ein kleines bis mittleres Unternehmen (KMU) als Arbeitgeber und 23 Prozent möchten bei einem Grossunternehmen ihre Karriere starten.

Hoher Anteil an Berufsmaturanden

37 Prozent der Befragten schliessen nebst dem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ) auch mit der Berufsmatura (BM) ab. Direkt im Anschluss an die Lehre nehmen 18 Prozent noch die BM in Angriff, was total zu 55 Prozent BM-Abgängerinnen und Abgänger in der ICT führt.

Im Vergleich zur gesamtschweizerischen Berufsmaturitätsquote von 14 Prozent zeigt dies die hohe Qualifizierung der Lehrabgängerinnen und Lehrabgänger im Berufsfeld der Informatik und Mediamatik.

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Frauenanteil bleibt tief

Der Frauenanteil unter den Befragten liegt bei 15 Prozent. Im Beruf Mediamatiker/in EFZ ist der höchste Frauenanteil innerhalb der ICT-Berufe mit 38 Prozent zu verzeichnen. 78 Prozent aller Befragten absolvieren eine duale Ausbildung im Betrieb. Dieses Modell dominiert vor allem in der Deutschschweiz, in der Westschweiz liegt der Anteil von Vollzeitschulen bei 65 Prozent.

Die überdurchschnittliche Teilnahme der Frauen zeigt sich am stärksten bei den
Mediamatikern, welche auch die höchste Frauenquote aufweisen. Die überdurchschnittliche Teilnahme der Frauen zeigt sich am stärksten bei den Mediamatikern, welche auch die höchste Frauenquote aufweisen. © ICT-Berufsbildung Schweiz

Lehrbetriebe erhalten gute Noten

Die praxisnahe Ausbildung im Betrieb wird von den Lehrabgängerinnen und Lehrabgängern geschätzt. 80 % erhielten während der Lehre Unterstützung in Form von Lernzeit und 40 Prozent konnten auf inhaltliche Unterstützung bauen. Insgesamt sind 86 Prozent der Befragten mit ihrer Informatik- oder Mediamatik-Lehre zufrieden.

Weitere Ergebnisse der Studie finden sich in dieser Präsentation im PDF-Format.