Gesundheits-Apps beliebt, aber rasch gelöscht

Schweizer Verbraucher verwenden zwar Gesundheits-Apps auf ihren Smartphones. Jedoch werden die Anwendungen auch häufig rasch wieder gelöscht, ergab eine Umfrage.

von Mark Schröder 12.05.2017 11:47

Gesunde und Patienten in der Schweiz benutzen vermehrt Apps zu Gesundheitsthemen. Allerdings ist der Zuspruch nicht nachhaltig. Nur knapp jeder Dritte verwendet die App nach ein paar Wochen noch. Das sind Ergebnisse des «EPatient Survey» mit insgesamt 11'000 Befragten im deutschsprachigen Raum. In der Schweiz nahmen 1931 Personen an der Studie teil, teilt die Beratungsgesellschaft EPatient RSD (Research, Strategy, Development) mit.

Die Schweizer nutzen Gesundheits-Apps leicht häufiger als die Deutschen. Insbesondere Apps zu allgemeinen Gesundheitsthemen, vorinstallierte Apps und Diagnostik-Anwendungen sind in der Schweiz etwas mehr verbreitet. Ein Grund mag die leicht grössere Verbreitung von Smartphones hierzulande sein, mutmassen die Studienautoren.

Professionelle Therapie-Apps haben offenbar ihre Zielgruppe noch nicht gefunden. Klinisch evaluierte Smartphone-Anwendungen zu Asthma, Depression oder Herz-Kreislauferkrankungen sind in den jeweiligen Patientengruppen noch kaum verbreitet, heisst es in der Studie. Auch ersetzt die App den Arzt nicht. Die Mehrheit der Patienten bespricht die Empfehlungen aus einer App mit ihrem Arzt. 

An die 70 Prozent der App-Nutzer sind bereit, ihre persönlichen Vital- und Krankheitsdaten zu Forschungszwecken zu spenden. Ärzten und Spitälern würden die Befragten deutlich eher Zugang zu ihren medizinischen Daten gewähren als den Krankenversicherungen.