Digitalisierung: Viele Schweizer Firmen hinken hinterher

Gemäss einer Studie von PWC tut sich rund die Hälfte aller Schweizer Firmen mit der Nutzung neuer Technologien schwer. Einen Grund dafür verortet die Beratungsfirma in der Unternehmenskultur.

von Luca Perler 22.05.2017 13:15

Nur rund die Hälfte aller Schweizer Unternehmen ist ausreichend auf den technologischen Wandel vorbereitet. Das geht aus einer neuen Studie von PricewaterhouseCoopers (PWC) hervor. Im Rahmen der Untersuchung hat das Beratungsunternehmen den sogenannten «digitalen IQ» von Firmen erhoben – «eine grobe Einschätzung, neue Technologien nutzbar zu machen», wie es im Bericht heisst. Zusammen mit Oxford Economics hat PWC Ende 2016 mehr als 2200 Geschäftsführer und IT-Leiter aus insgesamt 53 Ländern und verschiedensten Branchen befragt.

    © PWC, Screenshot lp/NMGZ

Der digitale IQ von Schweizer Unternehmen landet gemäss der Studie auf einer Skala von null bis hundert bei 54 Prozent. Auf demselben Niveau bewegen sich Schweizer CEOs. Während sich der Wert der Schweizer Unternehmen im internationalen Vergleich aber an der Spitze einreiht, finden sich die CEOs am unteren Ende der globalen Rangliste wieder. Besser schneiden in der Studie Schweizer CIOs ab. Mit 89 Prozent liegt ihr digitaler IQ zuoberst im globalen Vergleich.

Schleppender Kulturwandel

«Um den vollen Wert digitaler Innovationen und Technologien nutzen zu können, müssen Unternehmen eine entsprechende Kultur kreieren», sagt Axel Timm, Leiter Unternehmenstechnologie bei PWC Schweiz. Aus Sicht der Führungskräfte hinken dabei Schweizer Angestellte hinterher. Nur 43 Prozent der Befragten gaben an, dass ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die nötigen Fähigkeiten besitzen, um dem technologischen Wandel beizukommen. Die Werte europäischer und globaler Unternehmen liegen rund 20 Prozent höher.

PWC führt dies unter anderem darauf zurück, dass nur 46 Prozent der Schweizer Firmen regelmässig ihre Anforderungsprofile anpassen, um den Kompetenzwandel im digitalen Bereich sicherzustellen – im Ausland sind es im Schnitt 72 Prozent aller Unternehmen.

IoT und KI im Fokus

Digitalisierungs-Investitionen  von Schweizer Unternehmen fliessen gemäss der Untersuchung hauptsächlich in die Bereiche Internet der Dinge und künstliche Intelligenz. Das Beratungsunternehmen PWC gehe davon aus, dass dies in den kommenden Jahren so bleiben werde.

In Bezug auf das Erkunden neuer Technologien betreiben Schweizer Firmen im Vergleich zu ausländischen Unternehmen weniger Industrieanalyse und Wettbewerbsforschung. Beliebt ist dagegen der Austausch mit Industrieführern sowie der Zusammenschluss mit Anbietern. «Dies deutet auf ein eher reaktives als proaktives Handeln der Unternehmen bei der Integration neuer Technologien hin», schreibt PWC abschliessend im Studienbericht.