Frust nach den Ferien?

Kein Bock auf Arbeit nach dem Urlaub? Dann haben Sie das Post-Holiday-Syndrom. Doch keine Sorge, dabei handelt es sich nur um ein neues Syndrom für altbekannte Beschwerden. Es ist behandelbar.

von Susann Klossek 30.08.2016 08:00

Haben Sie auch den Zurück-aus-den-Ferien-Blues und keine Motivation wieder zu arbeiten? Keine Angst, denn Sie sind damit nicht allein: So leidet mehr als ein Drittel der Schweizer am sogenannten Post-Holiday-Syndrom. Zu diesem Schluss kommt eine Umfrage der Reise-Suchmaschine momondo.ch, in deren Rahmen 29'000 Personen aus 20 Ländern befragt wurden. Frauen (41%) sind dabei offensichtlich stärker betroffen als Männer (30%) und junge Menschen (41%) mehr als Ferienrückkehrer über 55 Jahre (22%). Die Schweiz liegt damit im unteren Drittel der analysierten Länder. Die Jüngeren unternehmen daher auch mehr gegen den Blues, die Älteren nehmens, wohl erfahrungsbedingt, gelassener.

In Gedanken noch in den Ferien?
Bild: sk In Gedanken noch in den Ferien? Bild: sk



Unter dem Begriff «Post-Holiday-Syndrom» werden jene Beschwerden zusammengefasst, die nach den Ferien während der Eingewöhnungsphase im Alltag auftreten können. Die Symptome sind vielfältig und reichen von Konzentrationsstörungen bis zu Antriebs- und Interessenlosigkeit, Traurigkeit, Bedrücktheit oder einem Gefühl der Leere. Darüber hinaus können Trägheit, Müdigkeit oder Appetitlosigkeit sowie Schlafstörungen auftreten. In der Regel dauert die Nach-Urlaubsdepression aber nur zwei, drei Tage bis eine Woche an. Und man kann vorbeugend etwas dagegen tun:

So erleichtern Sie sich den Alltagseinstieg

  • Arbeiten Sie keinesfalls während der Ferien. Ein Abschalten wird somit unmöglich.
  • Setzen Sie den Rückflug nicht direkt ans Ferienende, sondern planen ein paar freie Tage zu Hause ein. Schlafen Sie nach dem Urlaub länger aus als normalerweise. Wer unter Jetlag leidet oder sich im Urlaub einen anderen Tag-Nacht-Rhythmus angewöhnt hat, sollte die Tage vor Arbeitsbeginn zum Umgewöhnen nutzen und wieder früh ins Bett gehen, respektive früh am Morgen aufstehen.
  • Planen Sie zu Arbeitsbeginn etwas mehr Zeit für sich selbst ein, um besser zu entspannen und wieder in den Alltagsrhythmus zu kommen.
  • Legen Sie nicht sofort mit voller Kraft los, auch wenn sich die Arbeit auf dem Pult bereits stapelt. Andernfalls droht die Gefahr, dass die gewonnene Energie sofort wieder verpufft.
  • Führen Sie eine Prioritätenliste und arbeiten Sie E-Mails chronologisch ab. Neue zuerst, alte haben sich, wenn Sie Glück haben, dann bereits erledigt. Für alle Mails, die Sie nicht unmittelbar betreffen oder einigermassen relevant sind, gilt: löschen!
  • Beginnen Sie mit der Arbeit, wenn möglich, nicht an einem Montag, sondern mittwochs oder donnerstags. Die baldige Aussicht aufs Wochenende kann den Blues erträglicher machen.
  • Auch gesündere Ernährung, wenig Alkohol und/oder mehr Sport können den Alltagseinstieg erleichtern. Oder Sie übernehmen im Arbeitsalltag ein paar Gewohnheiten aus dem Urlaub (über Mittag zum Asiaten oder am Nachmittag eine kleine Siesta einlegen – Anm. d. Red.).
  • Erzählen Sie von Ihren Ferien und planen Sie den nächsten Urlaub. Wer den Blues dann noch immer nicht los ist, sollte sich vielleicht nach einem neuen Job umsehen.