Was das FBI für das Hacken des iPhones bezahlen musste

Das FBI hat sich das Hacking des iPhone 5c des Attentäters von San Bernardino einiges kosten lassen. FBI-Chef James Comey wies darauf mit einer Art Rechenaufgabe hin.

von Fabian Vogt 22.04.2016 11:05

Dem FBI gelang es vor wenigen Tagen, ein iPhone zu entschlüsseln, das ihnen bei Ermittlungen helfen sollte. Durch die Daten auf dem Smartphone wollte man an mögliche Komplizen des toten Attentäters von San Bernardino gelangen. Alleine konnte man das Gerät allerdings nicht entschlüsseln und Apple weigerte sich, woraufhin eine Diskussion um Privatsphäre vs Sicherheit losgetreten wurde, in die sich mehrere Techkonzerne, Gerichte und Präsident Barack Obama einschaltete.

Da Apple stur blieb, heuerte das FBI externe Hacker an, die das iPhone ensperren konnten. Bei einem Auftritt in London nannte FBI-Direktor James Comey den Preis, den die Hacker verlangten. Oder genauer, er sagte, dass dies mehr gekostet habe, als er in seiner verbliebenen Amtszeit von sieben Jahren und vier Monaten verdienen werde (im Video nach 6:44 Minuten).

Findige Journalisten schauten sogleich in der Gehaltstabelle der US-Behörden nach und kamen zum Ergebnis, dass der FBI-Direktor pro Jahr 183 000 Dollar verdient. Mit seiner restlichen Amtszeit multipliziert führt das zum Ergebnis, dass die Hacker vom FBI mindestens 1,3 Millionen Dollar erhielten. «Meiner Ansicht nach war es das wert», sagte Comey.

Zuletzt berichteten anonyme Vertreter des FBIs gegenüber «CNN», man habe keine neuen Informationen auf dem Telefon entdeckt. Damit gebe es weiter keine Hinweise darauf, dass die Attentäter Kontakt zu einem Komplizen gehabt hätten.

Das Verhältnis von Apple und anderen Tech-Konzernen zum FBI und anderen Ermittlungsbehörden ist seit dem Vorfall merklich abgekühlt. Während die Unternehmen bei ihren Kunden beim Thema Sicherheit nur punkten können, wenn deren Daten vor externen Zugriffen garantiert geschützt sind, nützt Ermittlern jede Information im Kampf gegen vermeintliche Sicherheitsbedrohungen. Da beide Seiten zu unterschiedliche Standpunkte vertreten um zu einer Einigung zu kommen, dürfte irgendwann ein Gericht entscheiden, wie sicher Daten auf Smartphones und anderen Mobilegeräten wirklich sind.