Schweizer Online-Shopper: Fleissig, solange es einfach ist

Die Hälfte der Schweizer bestellt durchschnittlich mindestens einmal im Monat etwas im Internet. Wenn der Kaufprozess zu kompliziert ist, brechen sie ihn allerdings ab.

von SDA 15.11.2016 14:30

Die Hälfte der Schweizerinnen und Schweizer bestellt durchschnittlich mindestens einmal im Monat etwas im Internet. Dabei schätzen die Kunden die zeitliche Freiheit und die Vergleichbarkeit der Angebote.

   

Die Flinte ins Korn werfen sie aber, wenn es mit dem Bezahlen zu kompliziert wird. 77 Prozent der über 10'000 Befragten brachen mindestens einmal einen Kauf ab, weil die bevorzugte Zahlungsmethode nicht verfügbar war. Das weist das zweite E-Commerce-Stimmungsbarometer aus. Die Hochschule für Wirtschaft Zürich und die Post veröffentlichten es am Dienstag. Der Anteil der Kaufabbrecher lag bei den Jüngeren unter 25 mit 82 Prozent sogar noch höher. Weiter Gründe für den Kaufabbruch waren fehlende Lieferoptionen (81 Prozent) und versteckte Kosten (78 Prozent).

Am liebsten zahlten 85 Prozent weiterhin über die Rechnung. Zur Kreditkarte griffen 80 Prozent, und die Postfinance-Karte nutzten 42 Prozent. Speziellen Wert legen die Online-Shopperinnen und -Shopper mit 91 Prozent auf eine unkomplizierte Bezahlungsabwicklung. 82 Prozent fanden die Zertifizierung der Shops wichtig.

Über das Smartphone bestellten nach wie vor lediglich 20 Prozent häufig oder immer etwas. Mehr als die Hälfte verschmäht dieses Gerät für Online-Einkäufe. Gründe sind die kleinen Abbildungen, fehlende Mobiloptimierung, unzureichende Darstellung der Produktepalette, umständliches Bestellen und Sicherheitsbedenken.

Am häufigsten tummelten sich Schweizer Käuferinnen und Käufer auf den Webseiten des internationalen Anbieters Amazon sowie auf ricardo.ch. Amazon war besonders in der italienischsprachigen Schweiz beliebt. Mit der Hälfte der Befragten, die mindestens einmal im Monat im Internet einkaufen, blieb die Zahl im Vergleich zum Vorjahr gleich.